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Vier Fakten zum Medizin-Nobelpreis, die überraschen

Nobelpreis-Paukenschlag: Zwei Deutsche holen die Medizin-Ehre – und das ist nur die halbe Überraschung.

05.10.2026, 14:38 Uhr

Mit dem Start der diesjährigen Nobelpreis-Saison richtet sich der Blick auch nach Deutschland: Unter den drei Preisträgern des Medizin-Nobelpreises befinden sich gleich zwei Forscher aus Deutschland. Das ist zwar nicht einmalig, bleibt aber dennoch bemerkenswert. Die wichtigsten Fakten zur aktuellen Auszeichnung im Überblick.

Jubiläumsjahr bei den Nobelpreisen

Die ersten Nobelpreise wurden 1901 vergeben – damit jährt sich die Auszeichnung nun zum 125. Mal. Aus diesem Anlass wurde das Preisgeld in jeder Kategorie auf zwölf Millionen schwedische Kronen angehoben. Das sind eine Million Kronen mehr als zuvor und entspricht rund 1,06 Millionen Euro.

Für die Medizin-Preisträger Karl Deisseroth aus den USA sowie Peter Hegemann von der Humboldt-Universität zu Berlin und Georg Nagel von der Universität Würzburg bedeutet das allerdings: Sie teilen sich die Summe zu dritt. Über die Verwendung des Geldes können Nobelpreisträger grundsätzlich frei entscheiden.

Zwei deutsche Forscher unter den Geehrten

Deutsche Preisträger hat es in der Geschichte des Nobelpreises in vielen Disziplinen immer wieder gegeben. Dass jedoch in derselben Kategorie gleichzeitig zwei Wissenschaftler aus Deutschland ausgezeichnet werden, kommt selten vor. Beim Medizin-Nobelpreis war das zuletzt vor 35 Jahren der Fall: Damals wurden Erwin Neher und Bert Sakmann für den direkten Nachweis von Ionenkanälen in Zellmembranen geehrt.

Wofür steht Optogenetik?

Die diesjährigen Preisträger werden für ihre Arbeiten zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik ausgezeichnet. Dahinter steckt ein Verfahren, mit dem sich Zellen durch Licht äußerst gezielt aktivieren oder deaktivieren lassen.

Bekanntgabe Nobelpreis - Physiologie oder Medizin
Zweimal Deutschland, einmal USA: Thomas Perlmann von der Nobelversammlung des Stockholmer Karolinska-Instituts gibt die diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger bekannt. Quelle: Pontus Lundahl/TT News Agency/AP/dpa

Nach Einschätzung der Nobelversammlung eröffnet diese Methode völlig neue Möglichkeiten, um die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Forschende können einzelne Nervenzellen gezielt an- oder ausschalten und anschließend beobachten, welche Effekte das hat. So lassen sich Verhalten, Gefühle und sogar Erinnerungen bestimmten Zellgruppen im lebenden Gehirn zuordnen.

Wie Neugier zu einem Durchbruch führte

Der Ausgangspunkt der Entdeckung wirkt zunächst überraschend: einzellige Algen, die sich zum Licht hin bewegen. Genau dieses Phänomen untersuchten Hegemann und Nagel ursprünglich – ohne eigentlich die Hirnforschung im Blick zu haben.

Gerade aus dieser neugiergetriebenen Grundlagenforschung entstand schließlich ein Werkzeug, das heute als Meilenstein für die Neurowissenschaft gilt. Der Fall zeigt, wie wichtig offene, erkenntnisorientierte Forschung ist: Entscheidende wissenschaftliche Durchbrüche entstehen oft dort, wo man sie zunächst nicht erwartet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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