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Studie: So gefährdet extreme Hitze Hummelnachwuchs

Tödliche Hitze im Hummelnest: Puppen sterben, Erwachsene leben kürzer – und das könnte das ganze Ökosystem treffen.

25.09.2026, 11:00 Uhr

Studie: Extreme Hitze schadet Hummeln

Starke Hitze kann die Entwicklung von Hummeln erheblich beeinträchtigen und ihre Lebensdauer verkürzen. Darauf weist eine Studie der Universität Regensburg hin. Ein Rückgang der Hummelbestände könnte den Forschenden zufolge weitreichende Folgen für Ökosysteme haben, da Hummeln eine zentrale Rolle bei der Bestäubung zahlreicher Wild- und Kulturpflanzen spielen und damit sowohl die Artenvielfalt als auch die Lebensmittelproduktion unterstützen.

Für die im Fachjournal Communications Biology veröffentlichte Untersuchung analysierte ein Team um Christoph Kurze im Labor, wie sich Hitzestress auf die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) auswirkt. Diese Hummelart zählt laut Naturschutzbund Deutschland zu den häufigsten in Deutschland und wird zudem gezielt im Obst- und Gemüsebau zur Bestäubung genutzt.

Schäden schon in der Entwicklungsphase

Im Versuch wurden Larven und Puppen unter kontrollierten Bedingungen aufgezogen, um Dauer und Stärke der Wärmebelastung genau nachzustellen. Die Temperatur wurde dabei im Zwölf-Stunden-Rhythmus auf Werte angehoben, wie sie an besonders heißen Sommertagen auftreten können – tagsüber auf bis zu 38 Grad.

Die Folgen waren deutlich: Bis zu 30 Prozent der Puppen starben. Zudem kam es zu Entwicklungsstörungen, die bei erwachsenen Hummeln das Sterberisiko verdoppelten und ihre Lebenszeit spürbar verkürzten, erklärte Studienleiter Kurze.

Verformte Flügel und Antennen

Auffällig war auch eine erhöhte Zahl an Missbildungen. So traten bei den Tieren häufiger verkrüppelte Flügel und deformierte Antennen auf. Nach Einschätzung der Forschenden stört die Hitze offenbar den Umbau des Gewebes während des Puppenstadiums massiv.

Betroffene Hummeln könnten deshalb nicht nur kürzer leben, sondern in schweren Fällen auch nicht mehr fliegen. Außerdem könnte ihr Geruchssinn leiden, was sowohl die Nahrungssuche als auch das Erkennen von Nestgenossen erschweren würde.

Die Forschenden halten extremen Hitzestress bei bodennistenden Arten wie der Erdhummel zwar eher für unwahrscheinlich. Gefährdet sein könnten jedoch Hummelarten, die oberirdisch nisten, etwa die Ackerhummel. Auch Hummelvölker, die in Gewächshäusern zur Bestäubung eingesetzt werden, könnten von solchen Temperaturspitzen betroffen sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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