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Inside-Job beim Bankraub? Jetzt wehrt sich der Verteidiger

Millionen aus Schließfächern verschwunden, ein Verdächtiger vor Gericht – doch ein brisanter Mangel macht den Fall heikel.

25.09.2026, 11:00 Uhr

Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassenfiliale in Baden-Württemberg hat der Verteidiger eines 23 Jahre alten Angeklagten die Anschuldigungen entschieden bestritten. Zum Auftakt des Verfahrens vor dem Landgericht Heilbronn erklärte der Anwalt, es gebe keinerlei belastbare Nachweise dafür, dass sein Mandant im August 2025 gemeinsam mit weiteren Tätern in eine Bank in Güglingen bei Heilbronn eingedrungen sei und dort fast 80 Schließfächer geleert habe. Den Ermittlungsbehörden bescheinigte er ein "Totalversagen".

Die Staatsanwaltschaft zeichnet hingegen ein anderes Bild. Ihrer Auffassung nach war der deutsche Angeklagte im vergangenen Sommer an dem Einbruch in eine Filiale der Kreissparkasse Heilbronn beteiligt. Mit dem Diebesgut habe er seinen kostspieligen Lebensstil finanzieren wollen. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen öffneten die Täter in der Nacht zahlreiche Schließfächer im Tresorraum gewaltsam und entwendeten Schmuck, Bargeld und weitere Wertsachen im Gesamtwert von rund drei Millionen Euro. Der Verbleib der Beute ist weiterhin ungeklärt.

Ex-Auszubildender soll geholfen haben

Eine wichtige Rolle soll ein mutmaßlicher Komplize gespielt haben, der früher bei der Bank in Ausbildung war. Ihm wird vorgeworfen, den Tätern die Zahlenkombination des Tresors sowie Fotos, Videos und einen Grundriss des Gebäudes beschafft zu haben. Er war bereits im August 2026 zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt worden.

Der Verteidiger des nun angeklagten 23-Jährigen kritisierte, die Vorwürfe stützten sich "ausschließlich" auf das Geständnis dieses ehemaligen Auszubildenden. Weitere Belege wie Chatnachrichten, Telefonkontakte oder aufgefundene Beute gebe es nicht. Aus seiner Sicht seien die Ermittlungen einseitig geführt worden. In seiner rund einstündigen Stellungnahme äußerte er massive Zweifel am Vorgehen der Behörden und betonte die Unschuld seines Mandanten.

Prozess wegen Bankraubs in Güglingen
Die Bankräuber sollen 80 Schließfächer ausgeräumt haben. (Symbolbild) Quelle: Daniel Reinhardt/dpa/dpa-tmn

Wegen der komplizierten Sachlage und mehr als 80 geladenen Zeugen rechnet das Gericht damit, dass der Prozess mindestens bis Mitte Dezember dauern wird.

Teil einer Reihe ähnlicher Taten

Der Fall steht nicht allein. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu aufsehenerregenden Einbrüchen in Banken. So brachen Unbekannte kurz nach Weihnachten 2025 in einer Sparkasse in Gelsenkirchen nahezu alle der etwa 3.100 Schließfächer auf. Auch dort fehlt von den Tätern bislang jede Spur. Der entstandene Schaden könnte nach bisherigen Schätzungen im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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