In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der gemeldeten Ebola-Fälle auf 10.060 gestiegen. Das teilten die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes mit.
Seit dem Bekanntwerden des Ausbruchs Mitte Mai sind den Angaben zufolge 4.887 Menschen an der Krankheit gestorben. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC bezeichnet die Lage als den am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch der Geschichte.
Ebola ist eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch direkten Körperkontakt und den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Es kann hochansteckendes Fieber sowie unter anderem Durchfall und Blutungen auslösen.
Ebola-Fälle auch in Kenia und Nigeria
Inzwischen wurden auch in Kenia und Nigeria Fälle der hochansteckenden Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus bestätigt.
In Kenia registrierten die Behörden bislang neun Infektionen, darunter zwei Todesfälle. Nach offiziellen Angaben war ein Patient aus dem Kongo über Uganda in die Hauptstadt Nairobi gereist.
Auch in Nigeria wurde eine Infektion bestätigt. Bei der Patientin handelt es sich um die Ehefrau eines Schweizer Diplomaten. Sie war nach einer Reise nach Uganda erkrankt. Wo genau sie sich angesteckt hat, wird nach Behördenangaben noch untersucht. Die Frau wurde inzwischen zur Behandlung in die Schweiz ausgeflogen.
Eindämmung besonders schwierig
Der aktuelle Ausbruch gilt auch deshalb als schwer einzudämmen, weil es gegen den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziell zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt.
Hinzu kommt, dass eine Infektion in der frühen Phase leicht mit anderen Krankheiten wie Malaria verwechselt werden kann. Das kann eine rechtzeitige Isolation und Behandlung von Patienten verzögern.
Suche nach Impfstoff und Therapien läuft
Seit Juli laufen klinische Versuche mit zwei antiviralen Therapieansätzen. Zudem wird weiter untersucht, ob der Impfstoff Ervebo auch gegen den Bundibugyo-Typ schützt.
Ervebo ist bislang nur für Ausbrüche der Ebola-Viruskrankheit zugelassen und empfohlen, die früher als Zaire-Ebolavirus bezeichnet wurde.
Nach Angaben einer WHO-Vertreterin im Kongo könnten bereits in wenigen Wochen zusätzliche Tests mit zwei eigens gegen Bundibugyo entwickelten Impfstoffen beginnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber