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Indonesien impft Wolken – kann Regen die Feuer stoppen?

Indonesien greift zu drastischen Mitteln: Wolken werden geimpft, Firmen bestraft – doch die Feuer wüten weiter.

27.10.2026, 07:49 Uhr

Indonesien setzt auf künstlichen Regen gegen Großbrände

Indonesien versucht, die schweren Wald- und Flächenbrände auf Borneo und Sumatra mit Hilfe künstlich erzeugten Regens einzudämmen. Die nationale Wetterbehörde BMKG schickte dafür insgesamt 15 Maschinen in die betroffenen Regionen. Sie sollen durch sogenannte Wolkenimpfung Niederschläge auslösen, während Feuerwehrkräfte weiter gegen die seit Monaten andauernden Feuer kämpfen.

Nach Angaben der Behörde sind neun Flugzeuge in Zentral- und Südkalimantan auf Borneo im Einsatz, weitere sechs in Südsumatra. In geeignete Wolken werden Trockeneis und Natriumchlorid eingebracht, um Regenbildung zu fördern. BMKG-Chef Teuku Faisal Fathani sprach von einer der größten Maßnahmen zur Wetterbeeinflussung, die das Land bislang gestartet habe.

Gefahr für Menschen und Tiere

Auf beiden Inseln stehen weiterhin Tausende Hektar Land in Flammen. Zehntausende Einsatzkräfte und zahlreiche Hubschrauber sind an den Löscharbeiten beteiligt. Eine unabhängige Auswertung des Projekts Nusantara Atlas auf Basis von Satellitendaten kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen Januar und September 2026 landesweit etwa 1,9 Millionen Hektar von Bränden betroffen waren.

Die Feuer zerstören wertvolle Waldgebiete, während sich der giftige Rauch auch über Indonesiens Grenzen hinaus ausbreitet und unter anderem Menschen in Malaysia und Singapur belastet. Besonders bedroht sind Orang-Utans, deren wichtigste verbliebene Bestände in freier Wildbahn auf Sumatra und Borneo leben. Immer wieder wird von geschwächten und verletzten Tieren berichtet, die keinen Schutzraum mehr finden.

Waldbrände in Indonesien
Die Feuer haben verheerende Schäden angerichtet. Quelle: Muhammad Hatta/AP/dpa

Ursachen und Konsequenzen

Als Hauptgründe für die Brände gelten Brandrodungen zur Schaffung neuer Plantagenflächen sowie anhaltende extreme Trockenheit. Die Regierung geht inzwischen schärfer gegen Unternehmen vor. Nach Angaben des Forstministeriums wurden gegen 32 Firmen wegen Wald- und Flächenbränden Verwaltungssanktionen verhängt.

Sechs Unternehmen in Zentralkalimantan mussten ihre Betriebsgenehmigungen vorläufig ruhen lassen. Zudem wurden sie verpflichtet, beschädigte Ökosysteme wiederherzustellen.

Präsident Prabowo Subianto hatte ein entschiedeneres Vorgehen gegen Firmen verlangt, die für Brände verantwortlich gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen sollen Genehmigungen auch vollständig entzogen werden. Das gelte ebenso für ausländische Unternehmen, sofern Ermittlungen ihre Verantwortung nachweisen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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