Feuer in Seouls Armensiedlung Guryong
In einer der letzten Barackensiedlungen der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ist ein Brand ausgebrochen. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Yonhap sind sechs Löschhubschrauber und mehr als 50 Einsatzfahrzeuge vor Ort, um ein Übergreifen der Flammen auf nahegelegene Waldgebiete zu verhindern.
Verletzte oder Todesopfer wurden bislang nicht gemeldet. Wie die Behörden mitteilten, konnten 39 Bewohner die Siedlung eigenständig verlassen.
Am Nachmittag stiegen dichte Rauchwolken über dem Viertel auf. Die Löscharbeiten gestalten sich Berichten zufolge schwierig, weil nicht genügend Wasser zur Verfügung steht. Präsident Lee Jae Myung forderte die zuständigen Stellen auf, sämtliche verfügbaren Mittel einzusetzen und zugleich den Schutz der Anwohner sicherzustellen.
Das Viertel Guryong entstand in den 1980er Jahren. Viele Menschen, die dort leben, mussten zuvor im Zuge großer Stadtentwicklungsprojekte ihre bisherigen Wohnungen räumen. Die Siedlung gilt als Sinnbild der sozialen Ungleichheit in Südkorea, da sie direkt an den wohlhabenden Stadtteil Gangnam grenzt, eine der teuersten Wohnlagen Seouls.
Wodurch das Feuer ausgelöst wurde, ist derzeit noch unklar. In Guryong hatte es in der Vergangenheit bereits mehrfach gebrannt. Als Gründe für das erhöhte Risiko gelten die enge Bebauung und die mangelhafte Sicherheitsausstattung vieler Gebäude. Erst im Januar war dort zuletzt ein Feuer ausgebrochen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber