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Rätsel-Fotos aus Ruine: Polizei ermittelt

Nach dem Brand tauchen im Netz brisante Ruinenfotos auf: Vieles ist fake – doch manche Bilder könnten echt sein. Die Polizei ermittelt.

27.10.2026, 12:02 Uhr

Polizei prüft nach Kehlstein-Brand auch veröffentlichte Fotos aus der Ruine

Nach dem Feuer im Kehlsteinhaus untersucht die Polizei inzwischen nicht nur die Brandursache, sondern auch Bilder aus dem zerstörten Gebäude, die im Internet verbreitet wurden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd spricht vieles dafür, dass zumindest ein Teil der Aufnahmen echt ist. Aus Sicht der Ermittler ist das jedoch äußerst heikel und möglicherweise sogar strafrechtlich relevant. Zunächst war man davon ausgegangen, dass es sich – wie bei anderen kursierenden Bildern – um KI-generierte Fälschungen handelt.

Die Beamten betonen, dass der Bereich um das Kehlsteinhaus abgesperrt ist und nicht betreten werden darf. Für die Polizei handelt es sich dort um einen Tatort. Deshalb sei es problematisch, in dem Areal Fotos anzufertigen und erst recht, diese anschließend zu veröffentlichen. Solche Vorgänge erschwerten die laufenden Ermittlungen und könnten rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Wer die Bilder aufgenommen hat, ist bislang unklar. Aufgrund der Motive halten es die Ermittler jedoch für möglich, dass sie aus dem Umfeld der Einsatzkräfte stammen.

Schaden weiterhin unklar

In der Nacht zum Samstag war das Kehlsteinhaus am Obersalzberg bei Berchtesgaden fast vollständig niedergebrannt. Das Gebäude war in der NS-Zeit zu repräsentativen Zwecken errichtet worden und wurde später als Berggasthof genutzt. Die Polizei nahm einen 33-jährigen Deutschen fest. Nach bisherigem Stand gilt der Mann als psychisch krank und wurde in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Feuer im Kehlsteinhaus
Nach Umbauten wurde das Kehlsteinhaus 1952 als Berggaststätte eröffnet und für den Tourismus zugänglich gemacht. (Archivbild) Quelle: picture-alliance/ dpa

Wie hoch der entstandene Schaden ist, lässt sich nach Angaben des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden, der das Kehlsteinhaus auf 1834 Metern Höhe verwaltet, derzeit noch nicht genau sagen. Erste Schätzungen gingen von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Offen ist außerdem, ob auch der mit Messing verkleidete Aufzug beschädigt wurde, der über 124 Meter durch den Berg bis zum Gebäude führt. Das frühere Teehaus war 1937/38 auf Initiative von Martin Bormann errichtet worden und gehörte zum sogenannten Führersperrgebiet am Obersalzberg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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