Wissen

Schockzahl: Fast jeder Fünfte ab 15 raucht

Kaum weniger Raucher in Deutschland – und ausgerechnet diese Altersgruppe greift am häufigsten zur Zigarette.

26.05.2026, 09:24 Uhr

Fast jeder Fünfte in Deutschland raucht zumindest gelegentlich

In Deutschland hat im Jahr 2025 fast ein Fünftel der Bevölkerung zumindest hin und wieder geraucht. Wie das Statistische Bundesamt vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai mitteilte, lag der Anteil der Raucherinnen und Raucher bei 19,1 Prozent. Grundlage sind Ergebnisse des Mikrozensus, einer repräsentativen Haushaltsbefragung.

Damit hat sich der Wert gegenüber 2021 kaum verändert. Damals rauchten 18,9 Prozent der Menschen ab 15 Jahren zumindest gelegentlich. Die meisten Rauchenden griffen mit 78,5 Prozent zu klassischen Zigaretten. 9,2 Prozent nutzten laut Statistikamt E-Zigaretten.

Männer rauchen öfter als Frauen

Männer rauchen der Auswertung zufolge weiterhin deutlich häufiger als Frauen. Bei den Männern lag der Anteil 2025 bei 22,4 Prozent, bei den Frauen bei 15,8 Prozent.

Am stärksten verbreitet war das Rauchen unter den 40- bis 44-Jährigen. In dieser Altersgruppe lag der Anteil bei 26 Prozent. Dahinter folgten die 45- bis 49-Jährigen mit 25,5 Prozent.

Am seltensten wurde unter Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren geraucht. Dort lag der Anteil bei 5 Prozent. Unter den Menschen ab 75 Jahren waren es 5,5 Prozent.

Unter Jüngeren nimmt der Konsum wieder zu

Während die Gesamtquote nahezu stabil blieb, zeigt sich bei jungen Menschen wieder ein Aufwärtstrend. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts rauchten 2025 15,6 Prozent der 15- bis 24-Jährigen zumindest gelegentlich. 2021 waren es noch 14,5 Prozent.

Auch eine repräsentative Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) kommt zu dem Ergebnis, dass Jugendliche wieder häufiger Nikotinprodukte konsumieren. Demnach nutzten 2025 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Nikotinprodukte. 2021 hatte der Wert noch bei 6,1 Prozent gelegen.

Bei den 18- bis 25-Jährigen ging der Anteil im selben Zeitraum dagegen von 29,8 Prozent auf 26,3 Prozent zurück. Für die Drogenaffinitätsstudie 2025 befragte das BIÖG von April bis Juli 2025 insgesamt 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren.

Vapen und Nikotinbeutel legen deutlich zu

Nach Einschätzung des BIÖG hat vor allem der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeuteln spürbar zugenommen. Besonders das Vapen ist unter jungen Menschen auf dem Vormarsch.

Bei männlichen Jugendlichen stieg der Anteil der Nutzer von Mehrweg-E-Zigaretten seit 2021 von 2,9 Prozent auf 6,7 Prozent. Bei Mädchen erhöhte sich der Wert im selben Zeitraum von 1,8 Prozent auf 7,8 Prozent.

Das BIÖG warnt, dass diese Produkte gesundheitsschädlich seien und schnell abhängig machen könnten. E-Zigaretten seien zudem häufig ein Einstieg in späteren Tabakkonsum. Nach Angaben des Instituts haben Jugendliche, die E-Produkte konsumieren, ein dreifach höheres Risiko, später Tabak zu rauchen als Gleichaltrige ohne solchen Konsum.

Forderungen nach strengeren Regeln

Der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, wertete die Ergebnisse als deutliches Warnsignal. Nikotinprodukte seien für junge Menschen heute sichtbarer, leichter verfügbar und oft gezielt ansprechend gestaltet. Er sprach sich deshalb für strengere Regeln bei Inhaltsstoffen, Aromen, Werbung und Verpackung aus.

Besonders kritisch sieht Streeck Geschmacksrichtungen wie Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol, weil sie die Hemmschwelle senken könnten. Das Bundesernährungsministerium hatte bereits im Januar einen Verordnungsentwurf vorgelegt, nach dem 13 Inhaltsstoffe verboten werden sollen, darunter Menthol.

Streeck befürwortet außerdem eine Erhöhung der Tabaksteuer. Zusätzliche Einnahmen sollten aus seiner Sicht in Prävention und Hilfsangebote fließen.

Daten nur eingeschränkt vergleichbar

BIÖG und Statistisches Bundesamt weisen darauf hin, dass ihre Ergebnisse nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Grund dafür sind unterschiedliche Erhebungsmethoden und abweichende Altersgruppen.

Rauchen bleibt ein großes Gesundheitsrisiko

Nach Angaben des BIÖG sterben in Deutschland jedes Jahr rund 130.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Das entspricht etwa 14 Prozent aller Todesfälle. Rauchen gilt damit weiterhin als das größte vermeidbare Risiko für einen vorzeitigen Tod.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen