Neue Dachmarke für bayerische Spezialitäten
Künftig sollen regionale Lebensmittel und Spezialitäten aus Bayern unter der gemeinsamen Marke „Genuss Bayern“ präsentiert werden. Wie die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung in München mitteilte, soll damit die Sichtbarkeit bayerischer Erzeugnisse erhöht, zusätzliche Wertschöpfung für die Land- und Ernährungswirtschaft geschaffen und Bayern als Genuss- und Tourismusstandort weiter gestärkt werden. Bestehende Initiativen werden dabei erstmals unter einem einheitlichen Markenauftritt zusammengeführt, um den Wiedererkennungswert zu steigern.
Bayern setzt auf seinen Ruf als Genussland
Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) verwies auf die große kulinarische Vielfalt im Freistaat. Demnach gibt es derzeit 112 Genussorte, 140 Genussküchen mit ausgezeichneter bayerischer Küche sowie 300 bayerische Spezialitäten, darunter 54 europaweit geschützte Produkte mit geografischer Herkunftsangabe. Laut Kaniber verbinden 45 Prozent der Menschen in Deutschland Bayern besonders stark mit kulinarischem Genuss – mehr als jedes andere Bundesland.
Antwort auf steigenden Wettbewerbsdruck
Mit der neuen Ausrichtung reagiert Bayern auch auf wachsenden Konkurrenzdruck und den fortschreitenden Strukturwandel. Das Label „Genuss Bayern“ soll – ähnlich wie erfolgreiche Regionalmarken in Italien oder Österreich – die besondere Herkunft, Qualität und Identität bayerischer Produkte hervorheben. Zugleich soll ein einheitlicher Außenauftritt Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie Gästen aus dem In- und Ausland die Orientierung erleichtern. Wer regionale Lebensmittel kauft, unterstütze die heimische Landwirtschaft und trage dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern, so Kaniber.
Kulinarik und Tourismus sollen enger zusammenrücken
Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die stärkere Verbindung von regionaler Küche und Tourismus. Nach Angaben der Staatskanzlei entwickeln sich Spezialitäten aus der Region zunehmend zu einem wichtigen Grund für Reisen und erhöhen die Attraktivität Bayerns als Urlaubsziel. Im vergangenen Jahr besuchten rund 41 Millionen Touristinnen und Touristen den Freistaat, der damit erneut zu den erfolgreichsten Ferienregionen Europas zählte. Künftig soll zudem der Ganzjahrestourismus noch stärker ausgebaut werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber