Bayern

Paukenschlag beim Staatsballett: MacKay muss gehen

Aus für den Star-Tänzer in München: Nach der Blitz-Kündigung widersprechen sich die Seiten – was steckt wirklich dahinter?

14.07.2026, 14:09 Uhr

Bayerisches Staatsballett trennt sich von Julian MacKay

Das Bayerische Staatsballett hat seinen Ersten Solisten Julian MacKay mit sofortiger Wirkung entlassen. Die außerordentliche Kündigung wurde am Montag ausgesprochen. Zu den genauen Gründen äußerte sich das Ensemble mit Verweis auf rechtliche Aspekte nicht.

Wie eine Sprecherin mitteilte, waren der Entscheidung über mehrere Wochen hinweg formelle und informelle Gespräche vorausgegangen. MacKay selbst stellte den Vorgang in einem Beitrag auf Instagram anders dar: Seiner Darstellung nach steht die Kündigung im Zusammenhang mit Kritik, die er intern geäußert habe. Mehrere Medien hatten zuvor über den Fall berichtet.

MacKay erklärte, er habe auf Missstände und eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung innerhalb der Ballettsparte hingewiesen. Außerdem habe er die Theaterleitung aufgefordert, die Angelegenheit zu prüfen, andernfalls wolle er selbst Konsequenzen ziehen und kündigen.

Stattdessen sei ihm fristlos gekündigt worden, schrieb der Tänzer. Nach eigenen Angaben war er zu diesem Zeitpunkt krankgeschrieben. In seinem Post betonte er zudem, es sei nicht hinnehmbar, Künstler auf diese Weise zu behandeln, und er werde zu Missbrauch in der Branche nicht schweigen.

Unterschiedliche Sichtweisen

Nach Angaben des Staatsballetts bezog sich MacKays Kritik vor allem auf die Rollen- und Besetzungspolitik von Ballettdirektor Laurent Hilaire. Darüber habe es in den vergangenen Wochen Gespräche zwischen MacKay, Hilaire und weiteren Vertretern der Bayerischen Staatsoper gegeben. Diese Gespräche standen laut Sprecherin auch im Zusammenhang mit den Gründen für die nun ausgesprochene Kündigung.

Zugleich widersprach das Staatsballett MacKays Aussage, er habe erst über soziale Netzwerke von seiner Entlassung erfahren. Nach Angaben der Sprecherin sei ihm die Entscheidung einschließlich der Begründung persönlich mitgeteilt worden. Erst etwa eine halbe Stunde nach dem Gespräch seien entsprechende Informationen veröffentlicht worden.

MacKay gehört seit der Spielzeit 2022/23 zum Bayerischen Staatsballett und war dort als Erster Solist engagiert. Der in Montana geborene Tänzer ging bereits im Alter von elf Jahren zur Ausbildung an die Bolschoi-Ballettakademie nach Moskau. Es folgten Engagements und Auftritte unter anderem beim Russischen Staatsballett, beim Royal Ballet in London, am Mikhailovsky-Theater in St. Petersburg sowie beim San Francisco Ballet. Gemeinsam mit seinem Bruder betreibt er außerdem eine Produktionsfirma mit Schwerpunkt Tanz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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