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Perfektes Wetter für Finsternis und Sternschnuppen

Seltene Doppelshow am Himmel: Zur Sonnenfinsternis und den Perseiden erwartet Deutschland fast überall freie Sicht.

11.08.2026, 04:06 Uhr

Gute Aussichten für Himmelsspektakel am Mittwoch und in der Nacht

Für die partielle Sonnenfinsternis am Mittwochabend stehen die Chancen auf klare Sicht in Deutschland nach aktuellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes gut. Verantwortlich ist Hoch „Ralf“, das laut Meteorologe Oliver Reuter für sehr stabile Wetterverhältnisse sorgt. Regen wird landesweit nicht erwartet, abgesehen von einem sehr kleinen Schauerrisiko in den Alpen und am Alpenrand.

Nur im Norden ziehen am Abend einige hohe Schleierwolken durch. Diese trüben den Blick auf die Sonne in der Regel aber kaum. Abgeschwächt könnten sie auch noch den Norden von Hessen und Thüringen erreichen. In den übrigen Regionen bleibt der Himmel meist frei oder nur gering bewölkt.

Auch für die Perseiden, die in der folgenden Nacht ihr Maximum erreichen, sind die Bedingungen vielerorts günstig. Lediglich ganz im Norden – etwa von Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern – können sich noch hohe Schleierwolken halten. Sonst stehen die Chancen auf freie Sicht auf die Sternschnuppen sehr gut.

Am besten ist der Meteorstrom zwischen 23.00 Uhr und 4.00 Uhr zu beobachten. Astronomen rechnen mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Vorteilhaft ist in diesem Jahr, dass kein Mondlicht stört: Wegen des Neumonds bleibt der Nachthimmel besonders dunkel.

Mond verdeckt bis zu 90 Prozent der Sonne

Je nach Ort beginnt die partielle Sonnenfinsternis in Deutschland am Abend ab etwa 19.15 Uhr. Der Mond schiebt sich dabei vor die Sonne und bedeckt ungefähr 85 bis 90 Prozent ihrer Fläche. Das Maximum wird zwischen 20.00 und 20.15 Uhr erwartet.

Mit dem Sonnenuntergang endet das Schauspiel je nach Region etwa zwischen 20.30 und 21.00 Uhr. Weil die Sonne dann schon sehr tief steht, ist ein freier Blick nach Westen bis Nordwesten wichtig – idealerweise von einer Anhöhe aus.

Leichte Wolken meist kein großes Problem

Auch in Spanien, wo die Finsternis in einem Streifen des Landes total zu sehen sein wird, sind die Wetteraussichten überwiegend gut. Gegen 20.30 Uhr wird dort die vollständige Verdunkelung erwartet. Nach der Prognose des Wetterdienstes Aemet bleibt es in weiten Teilen des Landes klar oder nur leicht bewölkt.

Das gilt auch für Mallorca und die übrigen Balearen, wo die totale Phase ebenfalls sichtbar sein wird. Nur in Teilen Nord- und Ostspaniens werden Wolken erwartet.

Der Sonnenexperte der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, Daniel Müller, betont, dass leichte Schleierwolken bei einer partiellen Sonnenfinsternis meist kein großes Hindernis sind. Durch eine geeignete Sonnenfinsternisbrille lasse sich die teilweise bedeckte Sonne dann in der Regel weiterhin gut erkennen. Erst bei dichten, dunklen Wolken sei die Sicht vollständig versperrt.

Selbst dann bestehe noch Hoffnung: Da eine partielle Sonnenfinsternis deutlich länger dauert als eine totale, könne sich die Bewölkung am selben Ort noch rechtzeitig verändern.

Warum eine Sonnenfinsternis entsteht

Zu einer Sonnenfinsternis kommt es, wenn Sonne, Mond und Erde exakt auf einer Linie stehen. Dann zieht der Mond zwischen Erde und Sonne hindurch und wirft seinen Schatten auf die Erde. Die bislang letzte totale Sonnenfinsternis über europäischem Festland war 1999 auch in Teilen Süddeutschlands und Österreichs zu sehen.

Kernschatten rast über die Erde

Diesmal verläuft die Zone der Totalität von Nordsibirien über die Arktis, entlang an Grönland und Island bis nach Spanien. Nach Angaben von Müller bewegt sich der Kernschatten des Mondes dabei extrem schnell und benötigt für den gesamten Weg über die Erde nur etwa eineinhalb Stunden.

An einem einzelnen Ort ist die totale Phase deshalb nur kurz. Auf Mallorca dauert sie etwa anderthalb Minuten, westlich von Island etwas mehr als zwei Minuten.

Schutz für die Augen bleibt Pflicht

Wer die Finsternis beobachten möchte, braucht zwingend eine Sonnenfinsternisbrille. Normale Sonnenbrillen reichen dafür nicht aus. Auch selbst gebastelte oder improvisierte Filter wie alte Röntgenbilder oder Rettungsdecken sind ungeeignet und gefährlich.

Als sichere Alternative empfiehlt Müller eine einfache Lochkamera. Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt dazu im Internet eine Video-Anleitung bereit, etwa für den Bau aus einer röhrenförmigen Chipsdose. Außerdem laden am Mittwochabend zahlreiche Planetarien und Sternwarten im Rahmen der „Langen Nacht der Astronomie“ zu gemeinsamen Beobachtungen ein.

Besonderes Licht kurz vor dem Maximum

Kurz vor der größten Bedeckung verändert sich auch die Wirkung des Sonnenlichts. Wenn von der Sonne nur noch eine schmale Sichel übrig ist, wird die Lichtquelle deutlich kleiner. Dadurch erscheinen Schatten auf einmal schärfer und kontrastreicher – fast wie Scherenschnitte. Gerade dieser Effekt zählt für viele Beobachter zu den eindrucksvollsten Momenten einer Sonnenfinsternis.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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