Wirtschaft

Kodi macht 43 Filialen dicht – was bleibt?

Kodi kämpft ums Überleben: Nach der Krise fallen jetzt viele Filialen weg – trifft es auch Ihre Stadt?

01.10.2026, 19:34 Uhr

Das Filialnetz des insolventen Haushaltswaren-Discounters Kodi wird deutlich verkleinert. Nach Unternehmensangaben sollen 43 der zuletzt 144 Filialen sowie die Zentrale in Oberhausen geschlossen werden. Von bislang rund 1.200 Beschäftigten haben 265 bereits eine Kündigung erhalten.

Eine neu gegründete Kodi Retail GmbH, hinter der eine internationale Investorengruppe steht, übernimmt demnach 100 Standorte. Die Marke Kodi soll dort weitergeführt werden. Für eine weitere Filiale ist die Zukunft noch nicht entschieden.

Von der insolventen Kodi Handels GmbH wurden laut Mitteilung der Warenbestand sowie weitere Vermögenswerte übernommen. Über den Kaufpreis machten die Beteiligten keine Angaben. Zudem hat das Amtsgericht Halle an der Saale das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die Kodi Handels GmbH eröffnet.

Bereits vor drei Wochen war bekannt geworden, dass 19 Geschäfte aufgegeben werden sollten. Bei 56 Filialen war die Lage damals noch unklar. Inzwischen steht fest, dass ein Teil davon ebenfalls schließen muss. Geschäftsführer Fabian Grund erklärte, es sei bedauerlich, dass sich für diese Standorte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden habe und dadurch Arbeitsplätze verloren gingen. Zugleich zeigte er sich erleichtert, dass viele andere Filialen erhalten bleiben und zahlreiche Beschäftigte eine Perspektive bekommen. Positiv sei außerdem, dass die Marke bestehen bleibe.

Auch der Generalbevollmächtigte und Rechtsanwalt Dirk Andres sprach von einer tragfähigen Lösung in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld.

Wo Filialen schließen

Betroffen sind unter anderem Standorte in Aachen, Ahaus, Emmerich, Erkelenz, Herzogenrath, Jülich, Tönisvorst und Würselen. In diesen Städten gab es jeweils nur eine Kodi-Filiale, die nun wegfällt.

In Düsseldorf bleiben acht von neun Standorten bestehen, in Duisburg fünf von acht. In Krefeld bleiben alle drei Filialen erhalten. In Köln werden vier von elf Geschäften geschlossen, in Wuppertal vier von sechs.

Gründe für die Krise

Nach Angaben des Unternehmens führten mehrere Faktoren in die Insolvenz: eine schwache Konsumstimmung, wachsender Wettbewerbsdruck durch digitale Geschäftsmodelle, steigende Lohnnebenkosten sowie hohe Energie- und Mietkosten.

Kodi ist damit kein Einzelfall. Der stationäre Einzelhandel steht seit Längerem unter starkem Druck. In diesem Jahr geriet bereits die Deko-Kette Depot in Schwierigkeiten; das dahinterstehende Unternehmen stellte Ende September den Geschäftsbetrieb ein. Auch die Baumarktketten Hellweg und BayWa Bau- & Gartenmärkte beantragten im Juni ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Diese Unternehmen sollen abgewickelt und ihre Marken aufgegeben werden, während andere Händler einzelne Filialen übernehmen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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