Baden-Württemberg

Sindbis-Fieber jetzt erstmals in Deutschland

Virus-Alarm in Deutschland: In Baden-Württemberg wurde erstmals ein Sindbis-Fall bestätigt. Ärzte sollen bei diesen Symptomen hellhörig werden.

01.10.2026, 16:07 Uhr

Erster in Deutschland erworbener Fall von Sindbis-Fieber bestätigt

In Deutschland ist erstmals eine hierzulande erworbene Erkrankung durch das Sindbis-Virus bei einem Menschen festgestellt worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) handelt es sich um einen 60 Jahre alten Mann aus Baden-Württemberg. Bereits vor einigen Jahren waren bei Blutspendern aus der Region um Weinheim Antikörper entdeckt worden, die auf frühere Infektionen hinwiesen. Außerdem war das Virus dort schon in Stechmücken nachgewiesen worden. Nun konnte erstmals ein direkter Zusammenhang zwischen dem Erreger und einer Erkrankung beim Menschen belegt werden.

Das RKI sieht den Fall als Hinweis darauf, dass bei einem bekannten Vorkommen des Virus in Stechmücken und Wildvögeln auch Infektionen beim Menschen auftreten können. Ärztinnen und Ärzte sollten deshalb während der Mückensaison bei Patientinnen und Patienten mit Fieber, Hautausschlag und starken Gelenkschmerzen auch an eine Infektion mit dem Sindbis-Virus denken.

Das Sindbis-Virus zirkuliert vor allem unter Vögeln und wird durch Mücken übertragen. Es kommt unter anderem in Teilen Nordeuropas, Afrikas, Asiens und Australiens vor. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt. Nach einem Stich durch eine infizierte Mücke kann es zum sogenannten Sindbis-Fieber kommen. Typisch sind plötzlich einsetzendes Fieber, ein juckender Ausschlag und deutliche Gelenkschmerzen. Die Beschwerden ähneln damit einer Chikungunya-Infektion.

Als lebensgefährlich gilt die Erkrankung in der Regel nicht. Fieber und Hautausschlag verschwinden meist nach ein bis zwei Wochen. Die Gelenkbeschwerden können jedoch deutlich länger anhalten und Betroffene über Wochen oder sogar Monate beeinträchtigen. Eine gezielte Therapie gegen das Virus gibt es nicht; behandelt werden vor allem die Symptome, etwa mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten. Vorbeugend hilft vor allem konsequenter Mückenschutz, etwa durch lange Kleidung, Insektenspray und Moskitonetze.

Der Mann aus Baden-Württemberg erkrankte laut RKI am 12. Juli. Da er in einem Stadtgebiet mit etablierten Beständen der Asiatischen Tigermücke lebt, wurde zunächst auf Chikungunya getestet. Im weiteren Verlauf weiteten die behandelnden Ärzte die Untersuchungen auch auf das Sindbis-Virus aus. Im September wurde die Infektion schließlich bestätigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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