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Hantavirus auf Schiff: Das ist bekannt – und das nicht

Drei Tote nach Virus-Alarm auf Kreuzfahrtschiff im Atlantik – doch warum gibt die WHO trotzdem Entwarnung?

05.05.2026, 04:03 Uhr

Nach einem möglichen Hantavirus-Ausbruch auf dem kleinen Kreuzfahrtschiff „Hondius“ im Atlantik sind drei Menschen gestorben, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amts auch ein deutscher Passagier. Noch immer sind viele Fragen offen. Ein Überblick über den aktuellen Stand:

Was bislang bekannt ist

  • Es gibt mehrere Verdachtsfälle auf Hantavirus-Infektionen. Betroffen sind Menschen, die sich alle an Bord der „Hondius“ befanden. Das Schiff war von Argentinien nach Kap Verde unterwegs.
  • Drei Passagiere sind gestorben: Laut Betreiber Oceanwide Expeditions starb ein deutscher Staatsbürger am Sonntag. Bereits im April war ein niederländisches Ehepaar betroffen – der Mann starb an Bord, die Frau später auf der Heimreise.
  • Bei der verstorbenen Niederländerin wurde nach Angaben der Reederei eine Variante des Hantavirus nachgewiesen. Ob das Virus auch mit den beiden anderen Todesfällen zusammenhängt, ist bisher nicht bestätigt.
  • Ein weiterer Passagier ist laborbestätigt an Hantavirus erkrankt. Er wird derzeit auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt.
  • Zwei Crewmitglieder – ein Brite und ein Niederländer – zeigen Atemwegssymptome. Eine Hantavirus-Infektion ist bei ihnen bislang nicht bestätigt.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Todesfälle und weitere Erkrankungen – mit Ausnahme des bestätigten Falls – derzeit als Verdachtsfälle ein. Eine epidemiologische Untersuchung läuft.
  • Nach Einschätzung der WHO ist das Risiko für die breite Öffentlichkeit gering. Reisebeschränkungen werden derzeit nicht empfohlen.
  • Ein möglicher Ausbruch auf einem Schiff gilt als ungewöhnlich, da Hantaviren normalerweise durch Kontakt mit Nagetieren übertragen werden. Die Tiere scheiden die Erreger über Kot, Urin oder Speichel aus.
  • Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.
  • Hantavirus-Erkrankungen können laut WHO schwere Verläufe nehmen, treten in Deutschland jedoch selten auf.
  • Die knapp 150 Menschen an Bord dürfen laut Reederei nicht am ursprünglich geplanten Zielort Kap Verde an Land gehen. Für drei Personen ist eine medizinische Evakuierung vorgesehen. Danach könnte das Schiff mit den übrigen Passagieren Kurs auf die Kanaren nehmen. Eine endgültige Entscheidung dazu steht aber weiterhin aus.

Was weiterhin unklar ist

  • Es ist nach wie vor nicht gesichert, ob tatsächlich alle drei Todesfälle auf das Hantavirus zurückzuführen sind.
  • Unbekannt ist außerdem, wie sich die laborbestätigt Erkrankten infiziert haben. Das gilt auch für die weiteren möglichen Fälle.
  • Offen bleibt ebenso, ob es weitere Infektionen unter Passagieren oder Crewmitgliedern gibt. Nach Angaben der Reederei wurden bislang keine weiteren Menschen mit Symptomen festgestellt.
  • Über die Stimmung an Bord gibt es kaum belastbare Informationen. Der Betreiber spricht von einer ruhigen Lage und beschreibt die Passagiere als insgesamt gefasst.
  • Ebenfalls ungeklärt ist, wann und auf welchem Weg die verbliebenen Passagiere und die Crew weiterreisen können. Das Schiff lag zuletzt vor dem Zielhafen auf Kap Verde. Eine Weiterfahrt zu den Kanarischen Inseln wird zwar erwogen, ist bislang aber nicht gesichert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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