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Kaiserschnitt-Boom: Rekord in deutschen Kliniken

Rekord bei Kaiserschnitten: Jede dritte Klinikgeburt endet so – und je nach Region klaffen die Zahlen enorm auseinander.

04.05.2026, 09:11 Uhr

Kaiserschnittrate in Deutschland auf Rekordniveau

In deutschen Kliniken sind 2024 so viele Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gekommen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Anteil dieser Eingriffe bei 33 Prozent aller Krankenhausgeburten und erreichte damit einen neuen Höchststand.

Mehr als 215.000 Kaiserschnittgeburten

Insgesamt brachten 654.600 Frauen im vergangenen Jahr in einem Krankenhaus ihr Kind zur Welt. Bei 215.900 dieser Geburten wurde ein Kaiserschnitt vorgenommen. Zum Vergleich: 1991 lag die Quote laut Statistik erst bei 15 Prozent und damit nur bei etwa der Hälfte des heutigen Werts.

Deutliche regionale Unterschiede

Je nach Bundesland zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Den höchsten Anteil an Kaiserschnittgeburten verzeichnete Hamburg mit 36,4 Prozent. Dahinter folgten das Saarland mit 35,9 Prozent und Hessen mit 35,6 Prozent.

Am niedrigsten war die Kaiserschnittrate in Sachsen mit 27,4 Prozent. Es folgten Brandenburg mit 27,6 Prozent und Berlin mit 29,9 Prozent.

Saugglocke und Zange nur selten im Einsatz

Neben dem Kaiserschnitt kommen in der Geburtshilfe auch andere unterstützende Verfahren zum Einsatz, allerdings deutlich seltener. So wurde 2024 bei 6,7 Prozent der Entbindungen eine Saugglocke verwendet. Eine Geburtszange kam lediglich bei 0,2 Prozent der Geburten zum Einsatz.

Die Mehrheit der Frauen, nämlich 60,1 Prozent, entband im Krankenhaus auf natürlichem Weg.

Mehr Hebammen und Entbindungspfleger in Kliniken

Hebammen und Entbindungspfleger übernehmen eine zentrale Rolle bei Geburten sowie in der Betreuung vor und nach der Schwangerschaft. Im Jahr 2024 waren rund 12.900 von ihnen in deutschen Krankenhäusern in der Geburtshilfe tätig. Das entsprach einem Zuwachs von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Großteil, nämlich 89 Prozent, war fest bei Kliniken angestellt. Die übrigen arbeiteten als sogenannte Belegkräfte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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