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Darum sollen Bürger jetzt plötzlich Vögel zählen

Eine Stunde Vögel zählen – und plötzlich zeigen sich erstaunliche Trends im Garten. So läuft die Mitmachaktion ab.

05.05.2026, 04:00 Uhr

Der Nabu und der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) rufen auch in diesem Mai wieder dazu auf, Vögel in Gärten und Parks zu zählen. Bei der Aktion „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai sollen Bürgerinnen und Bürger eine Stunde lang die Vögel in ihrer Umgebung beobachten und melden.

Welche Arten stehen im Mittelpunkt?

Im Blick sind vor allem weit verbreitete Gartenvögel wie Spatzen, Meisen, Amseln und Rotkehlchen. In diesem Jahr achten die Naturschutzverbände besonders auf Finken. Nabu-Experte Martin Rümmler erklärte, dass in den vergangenen Monaten regional mehrfach tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet worden seien. Weil viele der Tiere an Futterstellen gefunden wurden, vermuten die Fachleute, dass sich dort Parasiten ausbreiten könnten, die besonders für Finken gefährlich sind.

Warum ist die Zählung wichtig?

Mit den Meldungen wollen die Organisationen herausfinden, ob tatsächlich weniger Finken beobachtet werden als sonst. Außerdem sollen die Daten zeigen, wie sich die Vogelwelt in Städten und Wohngebieten aktuell entwickelt. Die Verbände weisen jedoch darauf hin, dass die Aktion nur eine Momentaufnahme liefert. Faktoren wie etwa das Wetter können das Ergebnis beeinflussen.

In diesem Jahr findet die „Stunde der Gartenvögel“ bereits zum 22. Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich bundesweit rund 58.000 Menschen. Dabei wurden etwa 1,1 Millionen Vögel gemeldet.

So funktioniert die Teilnahme

Wer mitmachen möchte, beobachtet im Aktionszeitraum eine Stunde lang die Vögel vor der eigenen Haustür, im Garten oder im Park. Gezählt wird jeweils die höchste Zahl einer Vogelart, die gleichzeitig zu sehen ist. Anschließend können die Beobachtungen über die Projekt-Homepage oder die App „Nabu Vogelwelt“ übermittelt werden. Beim LBV ist auch eine Meldung per Post oder Fax möglich. Einsendeschluss ist der 18. Mai.

Nach Angaben von LBV-Biologin Angelika Nelson dürfen auch Vögel gemeldet werden, die man nur hört, aber nicht sieht. Gerade in dichtem Laub seien viele Tiere oft verborgen. Apps mit Künstlicher Intelligenz könnten bei der Bestimmung von Vogelstimmen helfen. Allerdings sollte man deren Vorschläge immer kritisch prüfen und möglichst durch eigene Beobachtungen absichern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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