Wirtschaft

ZF spart weiter – doch die Schulden schocken

Nordamerika-Aufträge pushen ZF – aber hinter dem Aufschwung lauert weiter ein Milliardenproblem.

22.10.2026, 12:25 Uhr

ZF steigert operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten deutlich

Der Autozulieferer ZF hat in den ersten neun Monaten des Jahres sein bereinigtes operatives Ergebnis klar verbessert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich nach Unternehmensangaben aus Friedrichshafen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,0 auf 1,4 Milliarden Euro.

Zur Höhe des Nettogewinns machte der Konzern keine konkreten Angaben. Ein Sprecher erklärte jedoch, dass ZF von einem positiven Ergebnis nach Steuern ausgehe.

Der Umsatz erreichte von Januar bis September 28,9 Milliarden Euro und lag damit nominal auf dem Niveau des Vorjahres. Bereinigt um Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte stand organisch ein Plus von 1,4 Prozent zu Buche.

Nordamerika als Wachstumstreiber

Nach Angaben des Unternehmens kam der Zuwachs vor allem aus Nordamerika, wo neue Aufträge für Rückenwind sorgten. In Europa sowie im asiatisch-pazifischen Raum verlief das Geschäft hingegen weitgehend unverändert. Zugleich verwies ZF auf anhaltende geopolitische Spannungen, die die internationalen Fahrzeugmärkte weiter belasteten.

Zur Ergebnisverbesserung trugen nach Unternehmensangaben auch konzernweite Maßnahmen zur Restrukturierung und Effizienzsteigerung bei. Finanzvorstand Michael Frick betonte, dass die eingeleiteten Schritte inzwischen deutlich Wirkung zeigten.

Nettoverschuldung weiter auf hohem Niveau

Ende September belief sich die Nettoverschuldung auf 10,1 Milliarden Euro. Damit lag sie nur rund 130 Millionen Euro unter dem Wert zum Jahresende 2025. Als Gründe für die hohe Schuldenlast gelten unter anderem frühere Übernahmen wie die des US-Zulieferers TRW und des Bremsenspezialisten Wabco. Diese Zukäufe waren in Zeiten niedriger Zinsen finanziert worden.

Dass die Verschuldung trotz besserer operativer Entwicklung nur leicht sank, erklärte ein Unternehmenssprecher vor allem mit den laufenden Zinszahlungen. Sie hätten maßgeblich verhindert, dass die Nettoschulden stärker zurückgehen.

Die Zahlen für das Gesamtjahr 2026 will ZF am 18. März 2027 vorlegen. Frick kündigte an, den Kurs aus Restrukturierung, Kostensenkung, Schuldenabbau und höherem Tempo konsequent fortzusetzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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