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Studie zeigt: Wer im Alter aktiv bleibt, boostet sein Gehirn

Je mehr Kontakte im Alter, desto fitter bleibt der Kopf – und eine Aktivität sticht laut Studie besonders heraus. Welche?

21.10.2026, 04:00 Uhr

Studie: Soziale Aktivitäten können geistigen Abbau im Alter bremsen

Ältere Menschen, die gesellschaftlich eingebunden sind, verfügen häufig über bessere geistige Fähigkeiten. Darauf deutet eine große Übersichtsarbeit hin, die im Fachblatt Journal of Epidemiology & Community Health veröffentlicht wurde. Demnach stehen soziale Aktivitäten im Alter in engem Zusammenhang mit einer stärkeren kognitiven Leistungsfähigkeit und könnten helfen, einem Abbau der geistigen Fitness entgegenzuwirken.

Grundlage der Analyse waren Daten aus fünf umfangreichen Langzeituntersuchungen mit insgesamt 57.793 Seniorinnen und Senioren aus 24 Ländern. Das zentrale Ergebnis: Mit zunehmender Zahl sozialer Aktivitäten nahmen auch die positiven Effekte auf Gedächtnis und sogenannte exekutive Funktionen zu, also etwa auf Rechenfähigkeit oder sprachliche Abrufleistungen.

Mehr Aktivität, bessere Werte

In allen berücksichtigten Studien erzielten sozial aktive ältere Menschen deutlich bessere kognitive Ergebnisse als Gleichaltrige ohne entsprechende Aktivitäten. Schon die Beteiligung an nur einer gesellschaftlichen Beschäftigung ging mit besseren Testwerten einher. Wer an zwei oder sogar an drei und mehr Aktivitäten teilnahm, zeigte nochmals stärkere Vorteile.

Bei Personen, die in mindestens drei Gruppen aktiv waren, registrierten die Forschenden außerdem einen statistisch signifikanten jährlichen Anstieg der kognitiven Leistungswerte.

Welche Formen des Engagements besonders nützen

Allerdings waren nicht alle sozialen Aktivitäten gleichermaßen mit besseren geistigen Fähigkeiten verbunden. Besonders günstig wirkten sich laut Studie ehrenamtliche Tätigkeiten und die Mitgliedschaft in Sportvereinen aus. Auch Weiterbildungsangebote sowie die Betreuung von Kindern standen mit einer positiven Entwicklung der geistigen Leistungsfähigkeit in Zusammenhang.

Kleiderkammern in Mecklenburg-Vorpommern
In Kleiderkammern arbeiten oft ehrenamtliche Mitarbeiter. (Illustration) Quelle: Jens Büttner/dpa

Weniger eindeutig fiel das Bild bei Engagement in politischen Gruppen, Kirchengemeinden oder religiösen Vereinigungen aus. Hier ließ sich kein durchgehend signifikanter Zusammenhang mit einer kognitiven Verbesserung feststellen.

Bestimmte Gruppen profitieren stärker

In weiteren Auswertungen zeigte sich, dass manche Bevölkerungsgruppen besonders deutlich von sozialer Teilhabe profitierten. Dazu zählten Frauen, Menschen ab 60 Jahren, Personen mit höherer Bildung, Alleinlebende sowie ältere Menschen in ländlichen Regionen.

Daten aus mehreren Weltregionen

Für die Metaanalyse wertete das Forschungsteam um Yuedong Wang von der Shandong University jeweils eine große Studie aus den USA, England, China, Mexiko und Europa aus. Die Teilnehmenden wurden im Median über sechs Jahre beobachtet. Die geistige Leistungsfähigkeit wurde mit standardisierten kognitiven Tests erfasst.

Forschende verweisen auf Grenzen der Untersuchung

Die Autorinnen und Autoren betonen zugleich einige Einschränkungen. So beruhen die Angaben zu sozialen Aktivitäten auf Selbstauskünften der Befragten. Zudem lässt sich eine umgekehrte Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht vollständig ausschließen: Denkbar wäre also auch, dass Menschen mit ohnehin besserer geistiger Gesundheit eher dazu neigen, aktiv am sozialen Leben teilzunehmen.

Trotzdem sehen die Forschenden in den Ergebnissen ein deutliches Signal dafür, ältere Menschen zu langfristiger und vielseitiger sozialer Teilhabe zu ermutigen. Dies könnte dazu beitragen, das Risiko eines altersbedingten kognitiven Abbaus zu senken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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