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Darum explodieren tote Wale plötzlich

Buckelwal Timmy ist tot – und sein Kadaver könnte jetzt platzen. Warum Experten vor dem gefährlichen Wal warnen

22.05.2026, 09:54 Uhr

Die Sorge um den toten Buckelwal „Timmy“ vor der dänischen Küste nimmt zu: Fachleute halten es für möglich, dass der Kadaver durch die bei der Verwesung entstehenden Gase platzen könnte. Nach Angaben der Biologin Anja Gallus vom Deutschen Meeresmuseum ist ein solcher Vorgang bei Walen keineswegs außergewöhnlich.

Sobald ein Tier stirbt, setzen im Körper Zersetzungsprozesse ein. Bakterien vermehren sich, bauen organisches Gewebe ab und erzeugen dabei Gase, die den Körper zunehmend aufblähen. Normalerweise verlangsamen kalte Luft oder kaltes Wasser diese Prozesse zumindest etwas.

Bei Walen gibt es jedoch einen besonderen Effekt: Ihre dicke Fettschicht dient im Leben als Isolierung gegen die Kälte des Meeres. Auch nach dem Tod hält sie den Körper länger warm. Das schafft günstige Bedingungen für Bakterien, die sich dann stark vermehren können. Solange der Kadaver nicht geöffnet wird, bleiben die entstehenden Gase eingeschlossen.

Wann kann ein Wal explodieren?

Nach dem Tod sinkt ein Wal zunächst oft ab. Mit zunehmender Gasbildung kann sich der Körper jedoch so stark aufblähen, dass er wieder an die Wasseroberfläche steigt. Wird der Kadaver nicht vorher etwa durch Aasfresser oder äußere Einwirkung geöffnet, kann der Druck im Inneren weiter steigen – im Extremfall bis zum Platzen.

Wie schnell das geschieht, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind unter anderem die Temperaturen in der Umgebung. In warmen Sommermonaten kann sich ein solcher Zustand bereits nach wenigen Tagen entwickeln, bei kälterem Wetter dauert es mitunter deutlich länger. Wie sich der Fall von „Timmy“ konkret entwickeln wird, ist derzeit offen.

Die dänischen Behörden planen, den toten Wal vor der Ferieninsel Anholt in einen Hafen in Jütland zu schleppen. Dort könnte das Tier anschließend untersucht werden. Die Umweltbehörde in Dänemark hat bereits davor gewarnt, sich dem Kadaver zu nähern. Auf aktuellen Aufnahmen eines Livestream-Anbieters war zuletzt zu sehen, dass der Wal inzwischen stark angeschwollen ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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