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Prämienzoff eskaliert: Setzt Zverev jetzt auf Fairness?

Kein Streik in Paris – doch die Tennisstars senden ein brisantes Protestsignal. Boris Becker stellt sich klar gegen die French Open.

22.05.2026, 17:24 Uhr

Im Streit um die Verteilung der Preisgelder bei den Grand-Slam-Turnieren haben die Tennisprofis um Alexander Zverev zum Auftakt der French Open ein Protestsignal gesendet. Beim Medientag in Paris standen Spielerinnen und Spieler der Presse jeweils nur maximal 15 Minuten zur Verfügung.

Zverev machte deutlich, dass er die Aktion nicht anführt, sie aber klar unterstützt. Aus seiner Sicht geht es um mehr Fairness im Tennissport – und zwar nicht nur für die Topstars an der Spitze der Weltrangliste, sondern für das gesamte Feld.

Zuletzt war aus dem Kreis der Profis sogar mit einem kompletten Boykott eines Grand-Slam-Turniers gedroht worden. Dazu kommt es bei den am Sonntag beginnenden French Open in Paris jedoch nicht. Stattdessen beschränkten die Spieler ihre Medienauftritte. Die belarussische Weltranglistenerste Aryna Sabalenka sagte knapp, 15 Minuten seien besser als gar keine, bevor sie ihre Pressekonferenz vorzeitig beendete.

Turnierdirektorin Amélie Mauresmo zeigte sich über die Protestgeste etwas betrübt. Die frühere Spitzenspielerin stellte zugleich klar, dass es kurzfristig keine Änderungen geben werde. Gespräche mit den Beteiligten sollen aber angestoßen werden.

Darum geht es im Streit

Im Kern dreht sich der Konflikt um den Anteil der Spielerinnen und Spieler an den wachsenden Einnahmen der vier Grand-Slam-Turniere. Nach Auffassung der Profis ist der derzeitige Anteil von etwa 12 bis 16 Prozent zu niedrig. Gefordert werden 22 Prozent. Besonders Spielerinnen und Spieler aus der zweiten und dritten Reihe würden davon deutlich profitieren.

Denn viele Tennisprofis sind finanziell stark belastet. Sie reisen im Grunde als Einzelunternehmer um die Welt und müssen Trainer, Physiotherapeuten und weitere Ausgaben selbst bezahlen. Nur wenige können diese Kosten ohne Probleme tragen.

Bei den diesjährigen French Open werden insgesamt 61,7 Millionen Euro an Preisgeldern ausgeschüttet. Das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr und rund 45 Prozent mehr als 2019. Auch bei den Grand-Slam-Turnieren in Melbourne, Wimbledon und New York steigen die Summen regelmäßig. Nach Ansicht der Spieler wachsen jedoch ebenso die Einnahmen der Veranstalter.

Zverev betonte, man spreche nicht über wirtschaftlich schwache Turniere. Die Organisatoren verdienten genug Geld. Sein Ziel sei ein fairer Weg, ohne Streit und ohne Boykotte.

Becker stellt sich hinter die Spieler

Unterstützung bekommen die Profis von Boris Becker. Der dreimalige Wimbledon-Sieger sagte in einer Medienrunde bei Eurosport, er könne die Forderungen gut nachvollziehen. Eine Tenniskarriere könne von heute auf morgen vorbei sein. Wenn die Turniere so viel Geld einnähmen, müsse vor allem in den frühen Runden mehr Preisgeld ausgeschüttet werden – dort, wo viele Spieler es zum Überleben bräuchten.

Sabalenka hatte bereits vor einigen Tagen erklärt, sie glaube, dass es irgendwann zu einem Boykott kommen werde. Auch Jannik Sinner zählt in dem Konflikt zu den prominentesten Stimmen. Der Italiener, einer der großen Favoriten in Paris, betonte, es gehe nicht nur ums Geld, sondern auch um Respekt. Aus seiner Sicht geben die Spieler mehr, als sie zurückbekommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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