Tulsi Gabbard kündigt Rücktritt als US-Geheimdienstkoordinatorin an
Die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard will ihr Amt niederlegen. In einem von ihr veröffentlichten Brief an Präsident Donald Trump erklärte sie, der Schritt stehe im Zusammenhang mit einer seltenen Form von Knochenkrebs, an der ihr Ehemann erkrankt ist. Sie müsse sich aus dem öffentlichen Dienst zurückziehen, um an seiner Seite zu sein und ihn in diesem Kampf uneingeschränkt zu unterstützen. Als Datum für ihren Rückzug nannte sie den 30. Juni.
In ihrer Funktion als Geheimdienstkoordinatorin steht Gabbard an der Spitze der US-Nachrichtendienste und berät den Präsidenten in nachrichtendienstlichen Fragen. Das Amt hatte sie zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit Anfang 2025 übernommen.
Trump dankte Gabbard auf Truth Social für ihre „unglaubliche Arbeit“ und wünschte ihrem Mann eine schnelle Genesung. Ihr Stellvertreter Aaron Lukas soll die Aufgabe vorerst übernehmen.
Differenzen mit Trump beim Thema Iran
Zuletzt waren zwischen Gabbard und Trump öffentlich unterschiedliche Positionen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt sichtbar geworden. Vor ihrem Eintritt in die Regierung galt Gabbard laut Medienberichten als entschiedene Gegnerin militärischer Auslandseinsätze. Trump hatte betont, dass sie in der Frage der Urananreicherung einen gemäßigteren Kurs vertrete als er selbst. Zugleich stellte er klar, dass er darin keinen Grund sehe, ihre Eignung für das Amt infrage zu stellen.
Im Fokus stand zudem Gabbards Haltung zur Frage, ob vom iranischen Atomprogramm eine unmittelbare Bedrohung für die USA ausgehe – ein Argument, mit dem Trump den Kriegseintritt begründet hatte. Nach einem Bericht des Senders PBS erklärte Gabbard in einer schriftlichen Stellungnahme an einen Senatsausschuss, der Iran habe seit den Luftschlägen im Sommer 2025 keine Anstrengungen unternommen, seine nuklearen Fähigkeiten wieder aufzubauen.
Als sie in einer Anhörung im Kongress auf eine mögliche direkte Bedrohung angesprochen wurde, wich sie einer klaren Festlegung aus. Wörtlich sagte sie, nur der Präsident könne entscheiden, was als unmittelbare Bedrohung einzustufen sei.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion
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