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Copernicus: Meere heißer als je zuvor

Alarm in den Ozeanen: So warm wie nie zuvor – dieser neue Rekord zeigt, wie rasant der Klimawandel eskaliert.

24.08.2026, 13:42 Uhr

Die Weltmeere haben einen neuen Temperaturhöchststand erreicht. Nach Angaben des Klimawandeldienstes des EU-Programms Copernicus wurde am vergangenen Samstag die bislang höchste weltweit gemessene tägliche Durchschnittstemperatur an der Meeresoberfläche registriert – seit Beginn der Messungen im Jahr 1979. Demnach lag sie am 22. August bei 21,1 Grad und damit knapp über dem bisherigen Rekord von 21,09 Grad, der im März 2024 gemessen worden war.

Immer mehr Hitzewellen im Meer

Für Copernicus ist der neue Rekord ein klares Warnsignal. Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei dem Dienst, erklärte, der Zustand der Ozeane gerate zunehmend unter Druck. Steigende Meerestemperaturen erhöhten die Gefahren für marine Ökosysteme ebenso wie für Küstenregionen und ihre Bevölkerung. Bereits jetzt seien die Folgen deutlich: Seit den frühen 1990er Jahren habe sich die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen weltweit mehr als verdreifacht.

Auch der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung verwies auf die wachsenden Schäden in den Meeren. Besonders alarmierend sei das weltweite Korallensterben, das sich seit Jahren verschärfe. Nach seinen Worten sei dabei inzwischen ein Kipppunkt überschritten worden, vor dem die Wissenschaft lange gewarnt habe.

Die Fachleute betonen zwar, dass einzelne Tagesrekorde nicht isoliert betrachtet werden sollten. Dennoch passe der neue Höchstwert zu dem langfristigen Trend einer fortschreitenden Erwärmung der Ozeane. Zusätzlich spiele das derzeit entstehende El-Niño-Ereignis im tropischen Pazifik eine Rolle, das die Meere weiter aufheize. Burgess machte jedoch deutlich, dass dieser natürliche Klimafaktor nur auf eine bereits seit Jahrzehnten andauernde, menschlich verursachte Erwärmung aufsetze.

Rahmstorf betonte ebenfalls, der neue Rekord sei vor allem eine Folge der stetigen globalen Erwärmung durch den Ausstoß von Treibhausgasen – insbesondere aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Solche Temperaturrekorde träten im Ozean besonders häufig in Phasen von El Niño auf.

Wärmere Ozeane verändern auch die Nahrungsketten im Meer.

Größeres Risiko für Extremwetter

Laut Copernicus können höhere Meerestemperaturen auch extreme Wetterlagen begünstigen. Wenn sich die Ozeane erwärmen, geben sie mehr Wärme und Feuchtigkeit an die Atmosphäre ab. Das kann kräftigere Regenfälle und möglicherweise auch stärkere Stürme zur Folge haben. Zudem nimmt mit steigender Wassertemperatur die Fähigkeit der Meere ab, Kohlendioxid aus der Luft aufzunehmen. Damit würde ein wichtiger natürlicher Schutzmechanismus gegen den Klimawandel geschwächt.

Überrascht zeigte sich Copernicus vor allem vom Zeitpunkt des Rekords. Normalerweise werden die höchsten globalen Meerestemperaturen eher im März oder April nach dem Sommer auf der Südhalbkugel erreicht. Dass der Spitzenwert nun im August gemessen wurde, gilt daher als ungewöhnlich. Er reiht sich in mehrere Monatsrekorde und Werte knapp unter Rekordniveau ein, die bereits im Verlauf dieses Jahres festgestellt wurden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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