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Chinas Roboter sprinten schneller als je zuvor

Schock bei der Roboter-WM: Ein Humanoid aus China knackt Bolts 100-Meter-Bestmarke – und deklassiert auch über 400 Meter!

23.08.2026, 11:15 Uhr

Chinesische Humanoiden unterbieten menschliche Sprintrekorde in Peking

Bei den World Humanoid Robot Games in Peking haben chinesische Roboter mit neuen Sprint-Bestmarken für Aufsehen gesorgt. Zum Auftakt lief der vom Team X-Humanoid entwickelte humanoide Roboter Tiangong Ultra die 100 Meter in 9,39 Sekunden und war damit schneller als der bisherige menschliche Weltrekord von Usain Bolt, der 9,58 Sekunden benötigte. Der Roboter ist 1,80 Meter groß und wiegt 52 Kilogramm.

Auch über 400 Meter fiel eine Bestmarke: Am Sonntag erreichte ein humanoider Roboter desselben von X-Humanoid entwickelten Modells das Ziel nach 39,70 Sekunden. Damit unterbot er den bisherigen Weltrekord von Wayde van Niekerk, der bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro 43,03 Sekunden gelaufen war. Nach ihren Läufen prallten die Roboter teils spektakulär in eine Schutzwand.

Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, hatte ein Roboter des Smartphone-Herstellers Honor im Vorfeld die 100 Meter sogar schon in 9,32 Sekunden absolviert. Das Modell mit dem Namen „Blitz“ hatte bereits im April auch die menschliche Bestzeit im Halbmarathon über rund 21 Kilometer deutlich übertroffen und war nach 50 Minuten und 26 Sekunden im Ziel.

Bis zum 26. August treten in der olympischen Eisschnelllaufhalle in Peking bei der zweiten Ausgabe der Roboter-Weltmeisterschaft weitere Maschinen in unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander an.

Roboter als strategische Zukunftsbranche

Nach Angaben der Organisatoren nehmen mehr als 660 Teams mit insgesamt über 2.000 Robotern aus 16 Ländern teil. Die meisten Mannschaften kommen aus China und werden von Unternehmen oder Universitäten gestellt.

Auf dem Programm stehen 51 Wettbewerbe. Dazu gehören klassische Sportarten wie Weitsprung, Gewichtheben, Tischtennis und Fußball. Daneben gibt es auch praxisnahe Aufgaben aus dem Alltag und der Industrie, etwa Haushaltsszenarien, Rettungseinsätze oder den Einsatz an Fertigungslinien.

Robotik-Wettkämpfe finden in China zwar schon seit mehr als zehn Jahren statt, doch die Entwicklung der humanoiden Maschinen hat zuletzt deutlich an Tempo gewonnen. Noch beim ersten Pekinger Roboter-Halbmarathon im April 2025 mussten viele Geräte von Ingenieuren begleitet werden. Einige stürzten schon am Start oder prallten gegen Absperrungen. Ein Jahr später erreichten bereits 47 Roboter das Ziel.

Der sportliche Vergleich dient vor allem als Schaufenster für den technischen Fortschritt der Branche. Die chinesische Regierung hat sogenannte verkörperte Künstliche Intelligenz zu einer Zukunftsindustrie erklärt. Unternehmen und Hochschulen investieren deshalb massiv in Forschung und Entwicklung humanoider Roboter.

Mehrere Firmen drängen inzwischen auch an die Börse, um frisches Kapital einzuwerben. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt der Roboterhersteller Unitree in Shanghai: Die Aktie schoss beim Börsendebüt um 629 Prozent nach oben.

Auch andere von Peking geförderte Hardware- und KI-Unternehmen, etwa aus den Bereichen Halbleiter und Robotik, hatten zuvor starke Börsenstarts hingelegt. China verfolgt damit das Ziel, technologische Abhängigkeiten vom Ausland zu verringern und neue Wachstumstreiber aufzubauen. Als wichtiger Konkurrent gelten dabei vor allem die USA, die ebenfalls bei humanoiden Robotern führend sind.

Inzwischen zieht der Boom auch Firmen aus anderen Branchen an, die nun in die Robotik einsteigen. Fachleute warnen jedoch bereits, dass dies langfristig zu Überkapazitäten und Preiskämpfen führen könnte – ähnlich wie zuvor in Chinas Elektroauto-Industrie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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