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Alarm um US-Vorschulkinder: Impfquote sinkt

Weniger geimpfte US-Kita-Kinder, mehr Ausnahmen: Droht jetzt die nächste Welle vermeidbarer Krankheiten?

18.08.2026, 14:47 Uhr

In den USA sinkt die Impfquote bei Vorschulkindern gegen mehrere weit verbreitete Infektionskrankheiten weiter leicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC wurden im Schuljahr 2025/2026 rund 92,0 Prozent der Kinder gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft. Bei den Schutzimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln sowie gegen Polio lag der Anteil jeweils bei 92,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Minus von 0,1 Prozentpunkten.

Gleichzeitig nahm der Anteil der Kinder zu, die von mindestens einer vorgeschriebenen Impfung befreit waren: von 3,6 auf 4,2 Prozent. In den US-Bundesstaaten sind Ausnahmen von Impfpflichten für Schulen unter anderem aus medizinischen, religiösen oder weltanschaulichen Gründen möglich. Laut CDC entfiel der größte Teil dieser Ausnahmen inzwischen auf nicht-medizinische Gründe; ihr Anteil lag bei 4,0 Prozent.

Masern auf Höchststand seit Jahrzehnten

Die neuen CDC-Daten passen in einen länger anhaltenden Trend rückläufiger Impfquoten. Parallel dazu erleben die USA derzeit eine deutliche Zunahme der Masernfälle. Nach offiziellen Angaben wurden in diesem Jahr so viele Maserninfektionen registriert wie seit 35 Jahren nicht mehr. Vor zehn Jahren lag die Impfquote bei Vorschulkindern für Masern, Mumps und Röteln noch bei 94,7 Prozent und damit 2,3 Prozentpunkte höher als heute.

Andrew Racine, Präsident der American Academy of Pediatrics, warnte in der Washington Post, dass schon kleine Rückgänge bei der Impfbereitschaft schwere Folgen haben könnten. Gerade bei Masern könne selbst ein geringes Absinken der Quote mehr Ausbrüche begünstigen, weil für einen wirksamen Gemeinschaftsschutz mehr als 95 Prozent der empfänglichen Menschen immunisiert sein müssten.

Die CDC untersteht Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der als impfkritisch gilt. Präsident Donald Trump hatte zuletzt per Dekret angeordnet, die Zahl der empfohlenen Impfungen zu verringern. Zudem sprach er sich dafür aus, Kombinationsimpfstoffe auf mehrere Arzttermine zu verteilen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierte darauf mit deutlicher Kritik und äußerte die Sorge, dass diese Maßnahmen nicht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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