Wirtschaft

Gaming-Hardware wird jetzt wegen Chipmangel teurer

Zocken wird plötzlich teurer: Weil KI-Firmen Chips verschlingen, droht Gamern jetzt das nächste Hardware-Problem.

18.08.2026, 13:50 Uhr

Hohe Preise belasten derzeit viele Gamer in Deutschland. Nach einer Marktanalyse des Branchenverbands Game führt das zu spürbarer Kaufzurückhaltung: Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Ausgaben für Spiele-Hardware im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zurück.

Als Gründe nannte Game-Geschäftsführer Felix Falk die anhaltende Knappheit bei Computerchips und die gestiegenen Preise. Diese Entwicklung hänge eng mit der starken Nachfrage nach Chips für KI-Rechenzentren zusammen. Wenn Hardware teurer werde, sinke in der Regel auch die Zahl der Käufe, sagte Falk.

In der Branche ist inzwischen sogar vom „RAMageddon“ die Rede. Der Begriff spielt auf den Arbeitsspeicher RAM und das Wort Armageddon an. Gerade bei Gaming-PCs machten sich die hohen Speicherpreise besonders deutlich bemerkbar, so Falk. Wann sich die Lage wieder entspanne, sei schwer abzusehen und hänge stark von der weiteren Entwicklung der KI ab. Werden weiterhin zahlreiche Rechenzentren geplant und gebaut, dürfte die Chipindustrie kaum mithalten können.

Der Rückgang im Hardware-Segment hat jedoch nicht nur mit den Preisen zu tun, sondern auch mit dem üblichen Auf und Ab des Marktes. Im Frühjahr 2025 war etwa die Nintendo Switch 2 erschienen, was viele Fans zu Neuanschaffungen bewegt hatte. Dadurch war der Hardware-Umsatz im ersten Halbjahr 2025 deutlich gestiegen. Nun folgt eine Gegenbewegung, weil viele Käufer nach dem jüngsten Konsolenkauf erst einmal abwarten.

Insgesamt schrumpfte der deutsche Games-Markt im ersten Halbjahr laut den Angaben um drei Prozent auf rund 4,2 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Spielen selbst sank um ein Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Zulegen konnten dagegen Online-Gaming-Dienste einschließlich Cloud-Angeboten: Hier stieg der Umsatz um drei Prozent auf 600 Millionen Euro.

Gamescom-Logo
Die Vorfreude von vielen Computerspielern ist groß auf die Gamescom. (Archivbild) Quelle: Oliver Berg/dpa

Gamescom steuert auf Rekord bei Ausstellern zu

Mit Blick auf die kommende Gamescom in Köln zeigte sich die Branche optimistisch. Für die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele werden in der kommenden Woche mehr als 1.600 Aussteller erwartet — so viele wie nie zuvor. Der bisherige Höchstwert lag 2025 bei 1.568 Unternehmen. Mehr als zwei Drittel der Aussteller kommen in diesem Jahr aus dem Ausland.

Koelnmesse-Chef Gerald Böse sprach von einem anhaltenden Rekordkurs. Die Gamescom 2026 stehe für Wachstum, internationale Bedeutung und eine starke Community. Die Ausstellungsfläche bleibt mit 233.000 Quadratmetern unverändert, wobei darin auch Wege und Freiflächen enthalten sind.

Wieder volle Hallen in Köln erwartet

Im vergangenen Jahr kamen 357.000 Besucherinnen und Besucher zur Gamescom, darunter viele Cosplayer in aufwendigen Kostümen. Böse zeigte sich zuversichtlich, dass dieses Niveau erneut erreicht werden kann. Der Besucherrekord stammt aus dem Jahr 2019 mit 373.000 Menschen. Damals war es in den Messehallen allerdings stellenweise sehr eng geworden, was nicht überall gut ankam. Deshalb verfolgen die Veranstalter diesen Höchstwert heute nicht mehr mit Priorität.

Wichtiger als reine Besucherzahlen ist aus ihrer Sicht inzwischen die digitale Reichweite. Die Online-Aufrufe und Klickzahlen rund um die Gamescom seien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.

Die Gamescom gilt als wichtigste Messe ihrer Art weltweit. Dort präsentieren sich unter anderem Nintendo, Microsoft Xbox, Tencent Games und Ubisoft einem internationalen Publikum aus Fans und Fachbesuchern. Das diesjährige Motto lautet: „Games machen Lust auf Zukunft“. Laut Falk geht es dabei nicht nur um kommende Spiele, sondern ebenso um Gründungsgeist, Innovationen und die Begeisterung für moderne Technologien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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