Wirtschaft

Jeder dritte Mittelständler stoppt Investitionen

Investitionsstau im Mittelstand: Nur 4 von 10 Firmen setzen 2025 Projekte um – warum Deutschlands Betriebe auf die Bremse treten

22.10.2026, 10:30 Uhr

Kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland investieren weiterhin zurückhaltend. Nach einer Auswertung der staatlichen Förderbank KfW setzten 2025 nur 40 Prozent der rund 3,9 Millionen Mittelständler Investitionsvorhaben um.

Auch für das laufende Jahr zeigt sich keine deutliche Besserung: In einer Umfrage vom September gaben 33 Prozent der befragten Firmen an, geplante Investitionen für 2026 verschoben oder nur in geringerem Umfang umgesetzt zu haben. Einen so hohen Anteil habe es bislang nicht gegeben.

Laut KfW liegt das Problem häufig nicht an fehlenden finanziellen Mitteln für Ausgaben etwa in Digitalisierung, moderne Anlagen oder Energieeffizienz. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher erklärte mit Blick auf das aktuelle KfW-Mittelstandspanel, zu viele Unternehmen investierten weiterhin gar nicht oder zu wenig. Das belaste den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Hohe Kosten und Bürokratie als Bremse

Insgesamt investierten kleine und mittlere Unternehmen der Analyse zufolge im Jahr 2025 nominal rund 218 Milliarden Euro in neue Anlagen und Gebäude. Das waren etwa drei Milliarden Euro weniger als im Vorjahr.

Preisbereinigt ging das Volumen der Neuinvestitionen bereits das dritte Jahr in Folge zurück. Zwischen 2019 und 2025 sanken die Unternehmensinvestitionen in Deutschland laut KfW preis- und kalenderbereinigt um 8,3 Prozent.

Als wichtigste Hindernisse für Investitionen nannten die Unternehmen in der September-Befragung vor allem hohe Energie-, Material- und Lohnkosten. Zusätzlich wirkten Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung sowie umfangreiche Bürokratie bremsend.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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