Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August erneut verbessert. Nach Angaben des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim legten die Konjunkturerwartungen gegenüber dem Vormonat um 7,9 Punkte auf 34,2 Punkte zu. Damit fiel der Anstieg stärker aus als von Fachleuten erwartet, die im Schnitt nur mit 30 Punkten gerechnet hatten.
Für den ZEW-Indikator werden jeden Monat rund 300 Finanzmarktfachleute befragt. Der Wert ist damit bereits den vierten Monat in Folge gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit Februar. Damals hatten die Erwartungen noch bei 58,3 Punkten gelegen, also vor dem Krieg mit Iran-Bezug.
Auch die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage fiel weniger negativ aus als zuletzt. Der entsprechende Index verbesserte sich deutlich um 16,5 Punkte auf minus 61,1 Punkte. Volkswirte waren hier lediglich von minus 69,3 Punkten ausgegangen.
Weiterer Aufwärtstrend bei der Stimmung
LBBW-Analyst Elmar Völker erklärte, der Stimmungsaufschwung in der deutschen Wirtschaft setze sich fort. Trotz Belastungsfaktoren wie dem ungelösten Konflikt im Nahen Osten und den Problemen durch das Niedrigwasser zeigten sich Finanzmarktexperten zum vierten Mal hintereinander optimistischer. Neben den besseren Erwartungen für die kommenden Monate habe sich auch die Bewertung der aktuellen Lage stärker verbessert als gedacht, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau aus.
ZEW-Präsident Achim Wambach verwies auf zuletzt positive Unternehmens- und Exportdaten und sprach von einem günstigen Trend bei den Erwartungen. Die Infrastrukturmaßnahmen der Bundesregierung könnten die Wirtschaft stützen. Gleichzeitig bleibe das außergewöhnlich niedrige Wasser am Rhein ein akutes Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung.
Im Frühjahr war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent gewachsen und setzte damit das leichte Plus vom Jahresbeginn fort. Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten die Exporte: Allein im Juni wurden Waren im Wert von mehr als 139 Milliarden Euro ins Ausland geliefert – so viel wie noch nie in einem einzelnen Monat.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber