Schwächere Apfelernte wegen Hitze und Trockenheit
Die diesjährige Apfelernte in Deutschland wird nach ersten Schätzungen deutlich geringer ausfallen. Wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage einer Juli-Prognose mitteilte, rechnen die Obstbaubetriebe mit rund 934.000 Tonnen. Das wären knapp 53.000 Tonnen weniger als im Mittel der vergangenen zehn Jahre.
Auch im Vergleich zum außergewöhnlich starken Vorjahr zeichnet sich ein deutlicher Rückgang ab: Die Ernte dürfte um fast 18 Prozent niedriger liegen. Ursache sind vor allem anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen. Viele Früchte fallen vorzeitig von den Bäumen, bleiben kleiner als üblich oder werden durch Sonnenbrand beschädigt. In manchen Betrieben kam zudem Hagel hinzu, der teils die komplette Ernte zerstörte.
Trotz der Einbußen bleiben Äpfel mit einer Anbaufläche von 32.700 Hektar weiterhin das mit Abstand wichtigste Baumobst in Deutschland. Rund 61,1 Prozent dieser Flächen entfallen auf Baden-Württemberg mit 11.600 Hektar – insbesondere in der Bodenseeregion – sowie auf Niedersachsen mit 8.400 Hektar, vor allem im Alten Land. Zusammen stammen aus diesen beiden Bundesländern etwa 66,6 Prozent der deutschen Apfelproduktion.
Bessere Aussichten bei Pflaumen und Zwetschgen
Deutlich günstiger fällt die Prognose für Pflaumen und Zwetschgen aus. Hier wird eine Erntemenge von gut 49.300 Tonnen erwartet. Das läge 11,5 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 44.200 Tonnen. Im Vergleich zum besonders guten Vorjahr wäre das jedoch ein Minus von 3,9 Prozent.

Die größten Anbauflächen für diese Früchte befinden sich in Baden-Württemberg mit 1.700 Hektar und in Rheinland-Pfalz mit 900 Hektar. Die Erwartungen unterscheiden sich allerdings deutlich: In Baden-Württemberg rechnen die Betriebe mit 24.100 Tonnen und damit mit fast 38 Prozent mehr als im langjährigen Schnitt. In Rheinland-Pfalz hingegen gehen die Obstbauern von einer unterdurchschnittlichen Ernte aus. Dort werden rund 9.900 Tonnen erwartet – etwa acht Prozent weniger als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber