Wirtschaft

Jede siebte Firma lässt KI Arbeitszeugnisse schreiben

KI erobert Personalabteilungen – von Zeugnissen bis Onboarding. Doch ausgerechnet Datenschutz und EU-Regeln bremsen den Boom.

18.08.2026, 12:07 Uhr

KI hält langsam Einzug in deutsche Personalabteilungen

Künstliche Intelligenz wird in den Personalbereichen deutscher Unternehmen zunehmend wichtiger, ein flächendeckender Einsatz ist jedoch noch nicht erreicht. Nach einer repräsentativen Bitkom-Umfrage unter mehr als 600 Firmen in Deutschland verwendet derzeit 14 Prozent KI-Anwendungen, um Arbeitszeugnisse zu erstellen. 52 Prozent zeigen Interesse an einer künftigen Nutzung.

Am häufigsten kommt KI aktuell bei der individuellen Weiterbildung von Beschäftigten zum Einsatz. 16 Prozent der Unternehmen nutzen solche Lösungen bereits, im Vorjahr waren es noch 12 Prozent. Weitere 58 Prozent halten den Einsatz für denkbar. Auch beim Onboarding neuer Mitarbeiter spielt KI eine wachsende Rolle: 14 Prozent setzen entsprechende Systeme ein, vor zwei Jahren waren es 11 Prozent. Noch einmal 36 Prozent planen oder prüfen diesen Schritt.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder betonte, dass gerade Berufseinsteiger viele Fragen hätten. Eine gut trainierte KI könne hierbei Unterstützung leisten, Orientierung geben und sei jederzeit verfügbar. Dadurch hätten HR-Teams mehr Raum, sich um persönliche Anliegen der Beschäftigten zu kümmern.

Zunehmende Nutzung bei Analysen der Arbeitsbelastung

Besonders stark wächst der KI-Einsatz bei der Auswertung von Arbeitsbelastungen. Hier stieg der Anteil der Anwender innerhalb eines Jahres von 6 auf 13 Prozent. Weitere 28 Prozent stehen dem offen gegenüber. Bei der formalen Leistungsbewertung von Mitarbeitern verwenden aktuell 12 Prozent KI, 27 Prozent können sich das künftig vorstellen.

Auch automatisierte Chat- und Servicesysteme für interne Anfragen gewinnen an Bedeutung. Solche Anwendungen werden derzeit von 13 Prozent der befragten Unternehmen genutzt, während 53 Prozent eine spätere Einführung in Betracht ziehen.

Datenschutz und Regulierung als Hürden

Trotz wachsender Offenheit verläuft die Einführung von KI im Personalwesen langsamer als in anderen Unternehmensbereichen. Als zentrale Gründe gelten der Schutz sensibler Mitarbeiterdaten sowie rechtliche Unsicherheiten rund um den europäischen AI Act. Dieser stuft zahlreiche KI-Anwendungen im HR-Bereich als Hochrisiko-Systeme ein. Laut Rohleder ist die Zurückhaltung beim Einsatz von KI deshalb im Personalwesen besonders ausgeprägt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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