Wirtschaft

Wohnungsmieten ziehen jetzt rasant an

Mieten ziehen wieder an – und ausgerechnet ältere Wohnungen sind jetzt heiß begehrt. Was hinter dem Trend in Großstädten steckt.

15.10.2026, 06:00 Uhr

Der Anstieg der Angebotsmieten in Deutschland hat sich zuletzt verstärkt. Nach Angaben des Kiel Instituts für Weltwirtschaft verteuerten sich angebotene Wohnungen im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal nominal um 1,2 Prozent. Das ist der kräftigste Zuwachs seit dem ersten Quartal des vergangenen Jahres.

Unter den acht größten deutschen Städten fiel das Plus besonders in Berlin und Düsseldorf auf. Dort stiegen die Angebotsmieten im Quartalsvergleich um 2,1 beziehungsweise 2,0 Prozent. Im zweiten Quartal hatte das Kiel Institut noch einen Anstieg von 0,8 Prozent gemeldet.

Bestandswohnungen besonders gefragt

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lagen die Mieten von Juli bis September ohne Berücksichtigung der Inflation um 3,7 Prozent höher. Nach Einschätzung des Wohnungsmarktexperten Jonas Zdrzalek vom Kiel Institut gewinnt die Mietpreisdynamik damit wieder etwas an Fahrt.

Auffällig war vor allem die Entwicklung bei Bestandswohnungen. Gemeint sind Wohnungen, die bereits bewohnt waren und im Schnitt meist günstiger angeboten werden als Neubauten. Der Jahresvergleich gilt zudem als aussagekräftiger, weil dabei saisonale Schwankungen am Wohnungsmarkt weniger stark ins Gewicht fallen als beim Vergleich mit dem Vorquartal.

Hamburg im Jahresvergleich vorn

Im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres verzeichnete Hamburg mit 6,7 Prozent den stärksten Mietanstieg unter den größten Städten. Außerhalb der acht größten Metropolen legten die Angebotsmieten besonders in Bochum, Augsburg und Mannheim zu. Dort bewegte sich das Plus zwischen 5,0 und 6,3 Prozent.

Zu den Ursachen der Entwicklung machte das Institut keine näheren Angaben.

Daten aus 37 Städten und Regionen

Nach Angaben des Kiel Instituts basiert die Auswertung auf Daten aus 37 Städten und Regionen, darunter die 30 einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Der Mietpreisindex Greix liefert damit vor allem ein Bild der Entwicklung in größeren Städten. Für den Index werden Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen zusammengeführt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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