Wirtschaft

Was die Sparkasse über Geld lehrt

Ahnungslos bei Geldanlagen? Genau das nutzen Betrüger aus – jetzt wollen die Sparkassen mit einer Initiative gegensteuern.

16.07.2026, 10:00 Uhr

Bayerns Sparkassen wollen Finanzwissen stärker vermitteln

Die 54 kommunalen Sparkassen in Bayern wollen sich künftig noch stärker in der Finanzbildung engagieren. Vor allem junge Menschen sollen grundlegende Kenntnisse rund um Geld, Vorsorge und Vermögensaufbau erhalten. Finanzielle Bildung sei eine Schlüsselkompetenz, sagte der Präsident des Bayerischen Sparkassenverbands, Matthias Dießl, beim Sparkassentag in Lindau. Wer Finanzen verstehe, könne bessere Entscheidungen treffen, betonte er.

Veranstaltungen ohne Werbecharakter geplant

Nach den Vorstellungen des Verbands sollen unter dem Titel „Zukunftstage“ in ganz Bayern Veranstaltungen stattfinden, bei denen alltagsnahes Wissen vermittelt wird. Dabei soll es um Themen wie Bewerbungen, Wohnungssuche, Sparen, Vermögensaufbau und Altersvorsorge gehen. Die Angebote sollen bewusst vom eigentlichen Bankgeschäft entkoppelt werden und nicht der Werbung für Sparkassenprodukte dienen.

Zudem ist in Fürth ein „Financial Life Park“ geplant. Dieser soll als Lernort für finanzielle Bildung aufgebaut werden. Ein vergleichbares Konzept gibt es bereits seit einigen Jahren in Wien.

Warnungen vor Betrugsseiten

Der Bedarf an mehr Finanzwissen ist aus Sicht vieler Experten groß. Die Finanzaufsicht Bafin warnt nach Angaben des Verbands nahezu täglich vor dubiosen Internetseiten, auf denen Betrüger mit unrealistisch hohen Renditeversprechen locken. Auch Umfragen von Verbänden und Unternehmen zeigen immer wieder deutliche Wissenslücken in der Bevölkerung beim Thema Finanzen.

Mehr Interesse an Kapitalanlagen

Gleichzeitig wächst das Interesse an Geld- und Anlagethemen. Das zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen der bayerischen Sparkassen: In den ersten fünf Monaten des Jahres stieg der Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft um 38 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro.

Weniger gefragt ist dagegen das klassische Sparbuch. Die Einlagen in diesem Bereich nahmen seit Jahresbeginn um 1,2 Milliarden Euro ab.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen