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«Sehr frustrierend» – Wankt jetzt Max Verstappens Zukunft?

Verstappens Zukunft bei Red Bull wackelt gewaltig: Steht der F1-Star vor dem Abschied – und was steckt wirklich dahinter?

16.07.2026, 09:12 Uhr

Verstappen hofft in Spa auf Besserung – Zukunft bei Red Bull bleibt offen

Vor dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps hat sich Max Verstappen nach den jüngsten Rückschlägen etwas gesammelt. Die kurze Unterbrechung habe ihm gutgetan, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister vor dem Rennen am Sonntag (15.00 Uhr/Sky und RTL). Noch in Silverstone war die Stimmung beim Niederländer nach einem enttäuschenden Wochenende und einem Ausfall im schwer beherrschbaren Red Bull komplett im Keller. Seine Wut über das Auto machte er danach auch öffentlich deutlich.

Statt wie früher souverän um den Titel zu kämpfen, erlebt Verstappen seit geraumer Zeit starke Schwankungen. Auf ein Top-Ergebnis in Österreich folgte in Großbritannien direkt der nächste Dämpfer. Damit wird auch seine Zukunft erneut zum Thema. Zwar läuft sein Vertrag offiziell noch bis Ende 2028, doch seit Längerem kursieren Berichte über eine Ausstiegsmöglichkeit nach dieser Saison. Bestätigt wurde deren genaue Ausgestaltung nie. Fest steht aber: Sollte Red Bull die Probleme nicht dauerhaft lösen, dürfte ein Abschied realistischer werden.

Schumacher rechnet mit Trennung

Sky-Experte Ralf Schumacher geht inzwischen davon aus, dass Verstappen Red Bull verlassen könnte. Im Podcast "Backstage Boxengasse" sagte er, sein Eindruck sei, dass beide Seiten emotional bereits an einem Punkt angekommen seien, an dem eine Trennung nicht mehr überraschend wäre. Nach Schumachers Einschätzung hat Verstappen das Vertrauen in das Team verloren. Er brachte dabei vor allem McLaren als möglichen Ansprechpartner ins Spiel.

Max Verstappen
Nach spaßigen Aktivitäten ist Max Verstappen aktuell nicht. (Archivbild) Quelle: David Davies/PA Wire/dpa

Die Gerüchte um einen Wechsel zu McLaren halten sich hartnäckig. Ebenso wird weiter über ein mögliches Interesse von Mercedes spekuliert. McLaren-Chef Zak Brown reagierte zurückhaltend und betonte, er sei mit seinen beiden aktuellen Fahrern sehr zufrieden. Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärte zuletzt, man plane keine Veränderung bei der Fahrerpaarung und setze auf Kontinuität.

Ein Wechsel wäre kompliziert

Sollte Verstappen tatsächlich verfügbar werden, wäre er für jedes Spitzenteam dennoch ein außergewöhnlich reizvoller Kandidat. Allerdings wären dafür wohl personelle Folgen nötig. Bei Mercedes käme ein Platz vermutlich nur infrage, wenn George Russell weichen müsste, denn Nachwuchsmann Kimi Antonelli gilt als Zukunftsprojekt des Teams. Bei McLaren könnte am ehesten Oscar Piastri betroffen sein, während Lando Norris als feste Größe erscheint. Akuten Handlungsbedarf haben beide Rennställe derzeit jedoch nicht.

Für Red Bull wäre ein Abgang Verstappens besonders bitter. Der Niederländer ist eng mit dem Team verbunden und stammt aus dem eigenen Förderprogramm. 2014 gab er sein Formel-1-Debüt bei Toro Rosso, zwei Jahre später folgte der Aufstieg ins Red-Bull-Werksteam. Laut einem Bericht der "Bild" könnte Verstappen seine Ausstiegsklausel bis Oktober aktivieren, wenn er bis zur Sommerpause nach den nächsten beiden Rennen nicht auf Rang zwei der WM liegt. Aktuell ist er nur Siebter und mit 103 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Antonelli praktisch chancenlos, dieses Ziel noch zu erreichen.

Manager betont Loyalität

Verstappens Manager Raymond Vermeulen bekräftigte zwar die grundsätzliche Treue zum Team. Man sei Red Bull immer loyal gewesen und wolle diesen Weg auch fortsetzen. Das Ziel sei sogar, Verstappens Karriere dort zu Ende zu bringen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass das Team auch ein siegfähiges Auto bereitstellen kann. Ein ausdrückliches Bekenntnis Verstappens über das Jahresende hinaus gibt es bislang aber nicht.

Treffen hinter den Kulissen sorgen für Unruhe

Zuletzt sorgten auch Gespräche abseits der Strecke für neue Spekulationen. Besonders viel Beachtung fanden Fotos eines Treffens von Helmut Marko mit Vertretern aus Verstappens Umfeld in Amsterdam. Worum es dabei ging, blieb offen. Marko sprach später lediglich von einem privaten Besuch. Zudem soll es schon im vergangenen Monat ein längeres Gespräch zwischen Verstappen, Vermeulen und der Red-Bull-Führung in Salzburg gegeben haben, bei dem die Zukunft ein wichtiges Thema gewesen sein soll.

Spa weckt gute Erinnerungen

Am liebsten dürfte Verstappen die Diskussionen mit guten sportlichen Leistungen wieder in den Hintergrund drängen. Gerade Spa-Francorchamps könnte dafür der passende Ort sein. Die Strecke in den Ardennen zählt zu seinen Favoriten, und dort gelangen ihm in der Vergangenheit mehrfach starke Auftritte. Besonders in Erinnerung bleibt sein Sieg vor vier Jahren, als er sich von Startplatz 14 nach vorn kämpfte. Insgesamt gewann er bereits dreimal in seinem Geburtsland Belgien.

Obwohl Verstappen unter niederländischer Lizenz startet, wurde er in Hasselt geboren. Bis zu seinem 18. Geburtstag besaß er ausschließlich die belgische Staatsbürgerschaft. Seine Mutter stammt aus Belgien.

Red Bull sucht weiter nach Lösungen

Nach dem schwierigen Wochenende in Silverstone arbeitete Verstappen nach eigener Aussage bereits wieder mit dem Team im Simulator. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Balanceprobleme des Autos und der fehlende Topspeed. Zuletzt hatte er den Zustand des Wagens ungewöhnlich scharf kritisiert. In Silverstone kam dann auch noch ein Defekt am Heck hinzu, der sein Rennen kurz vor Schluss beendete.

Nun richtet sich der Blick auf Spa – und auf die Hoffnung, dass sich vor den Augen tausender eigener Fans eine Wende andeutet. Verstappen selbst machte jedenfalls klar, wie viel ihm dieser Kurs bedeutet: Es sei seine Lieblingsstrecke im gesamten Kalender, und er freue sich jedes Mal auf die Rückkehr dorthin.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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