Bayern

Asylzahlen sinken: Freistaat streicht Plätze

Weniger Asylsuchende, tausende Plätze weg: Bayern streicht massiv Unterkünfte – und trifft gezielt teure Optionen.

16.07.2026, 09:11 Uhr

Der Freistaat Bayern kommt nach Angaben des Innenministeriums beim geplanten Rückbau von Unterbringungsplätzen für Asylsuchende zügig voran. In den ersten sechs Monaten des Jahres seien bereits etwa 15.300 Plätze abgebaut oder gekündigt worden. Für 2026 ist demnach vorgesehen, mindestens 20.000 Plätze zu streichen. Bis Ende 2027 sollen zusätzlich rund 22.000 weitere Plätze wegfallen.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte, dass vor allem teure Unterkünfte wie Hotels und Notquartiere im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen. Ziel sei es, die Ausgaben des Freistaats spürbar zu senken.

Nach den Worten Herrmanns sollen bis Ende 2027 im Vergleich zum Sommer 2025 insgesamt rund 42.000 Plätze abgebaut werden. Das entspreche etwa einem Viertel aller Unterbringungsmöglichkeiten in Bayern.

Als Grund nannte der Minister auch die weiter sinkenden Zugangszahlen. Im ersten Halbjahr 2026 habe es im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres 39 Prozent weniger neue Asylbewerber gegeben.

Zugleich lag laut Innenministerium Ende Mai die Zahl der Aufenthaltsbeendigungen mit 7.206 deutlich über den 4.179 neu registrierten Asylzugängen. Nach Einschätzung Herrmanns schafft das Spielraum, Unterkünfte stärker zurückzufahren und Städte sowie Gemeinden weiter zu entlasten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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