Wirtschaft

BMW ist zurück: Platz zwei bei E-Autos erobert

VW bleibt E-Auto-König – doch dahinter ist plötzlich alles anders. Warum manche China-Marken jetzt überraschend schwächeln.

08.07.2026, 04:15 Uhr

BMW wieder auf Platz zwei bei Elektroauto-Neuzulassungen

BMW hat sich auf dem deutschen Markt für neue Elektroautos im zweiten Quartal den zweiten Platz zurückgeholt. Das geht aus Berechnungen auf Basis von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor. An der Spitze bleibt Volkswagen mit klarem Abstand. Tesla, Skoda und Audi verloren im Markenranking dagegen an Boden.

Volkswagen bleibt mit rund 25.600 neu zugelassenen E-Autos die klare Nummer eins. Dahinter folgt BMW mit gut 19.000 Fahrzeugen. Skoda kommt auf 18.700 Einheiten, Tesla auf 16.000. Mercedes erreicht 15.700 Neuzulassungen, Audi liegt bei 12.400.

Zu Jahresbeginn sah die Reihenfolge noch anders aus: Im ersten Quartal lagen hinter VW noch Skoda, Tesla und Audi, während BMW nur Rang fünf belegte. Mercedes stand damals auf Platz sechs.

Tesla profitiert von Preissenkungen

Auch ohne Podestplatz schneidet Tesla deutlich besser ab als vor einem Jahr. Damals hatte die Marke unter anderem wegen des politischen Engagements von Firmenchef Elon Musk spürbar an Absatz verloren. Inzwischen hat Tesla im ersten Halbjahr in Deutschland bereits etwa anderthalbmal so viele Fahrzeuge verkauft wie im gesamten Jahr 2025.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht einen wichtigen Grund in deutlichen Preissenkungen. Vor allem Model 3 und Model Y seien rund um den Jahreswechsel um mehrere tausend Euro günstiger geworden. Die Modelle seien zwar schon länger auf dem Markt, über den Preis aber wieder konkurrenzfähig geworden. Das spiegele sich nun auch in den Zulassungszahlen wider.

Nach Einschätzung Dudenhöffers könnten auch bei BMW Preisnachlässe eine wichtige Rolle gespielt haben. Der Hersteller gewähre derzeit hohe Rabatte. Zudem habe auch die neue Klasse bereits einen kleinen Beitrag geleistet: Obwohl sie sich noch im Hochlauf befindet, kam sie schon auf mehr als 4.000 Neuzulassungen.

Nicht alle chinesischen Hersteller holen auf

Chinesische Marken spielen auf dem deutschen Auto- und besonders im Elektroautomarkt zwar weiterhin nur eine kleinere, aber wachsende Rolle. BYD kam im zweiten Quartal auf gut 6.000 Neuzulassungen. Leapmotor erreichte fast 5.000 Fahrzeuge. MG Roewe und XPeng lagen jeweils bei mehr als 2.000.

Zusammengenommen bewegen sich diese Marken damit in einer ähnlichen Größenordnung wie Mercedes und verzeichnen durchweg hohe Wachstumsraten. Allerdings musste BYD im zweiten Quartal einen kleinen Dämpfer hinnehmen und fiel von Rang 12 auf Platz 13 zurück. Leapmotor machte dagegen einen deutlichen Sprung und verbesserte sich von Platz 18 auf Rang 15.

Elektromobilität erreicht breitere Käuferschichten

Nach Einschätzung von Branchenexperte Stefan Bratzel spricht Elektromobilität inzwischen immer mehr unterschiedliche Käufergruppen an. Wegen des intensiven Wettbewerbs dürften sich die Marktanteile unter den Herstellern in Deutschland weiter neu verteilen.

Bratzel erwartet, dass chinesische Autobauer mit einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis zusätzliche Marktanteile gewinnen wollen. Hersteller, die dabei nicht mithalten können, könnten mittelfristig zu den Verlierern gehören und langfristig sogar aus dem Markt gedrängt werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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