Fritz-Neuland-Gedächtnispreis für Bayreuther Gerichtspräsidenten
Der Präsident des Landgerichts Bayreuth, Matthias Burghardt, ist für ein Forschungsprojekt zur Rolle der Justiz in der NS-Zeit mit dem Fritz-Neuland-Gedächtnispreis ausgezeichnet worden. Der Preis ehrt Beschäftigte aus der bayerischen Justiz und Polizei, die sich in besonderer Weise gegen Antisemitismus engagieren.
Wie das Justiz- und Innenministerium mitteilte, geht eine weitere Auszeichnung an Harald Frießner. Er ist beim Beauftragten gegen Hasskriminalität der bayerischen Polizei tätig und beschäftigt sich dort schwerpunktmäßig mit Antisemitismus, Antiziganismus sowie mit Strategien zur Vorbeugung gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Nach den Worten von Justizminister Georg Eisenreich (CSU) trägt das Bayreuther Projekt „Sondergericht und Volksgerichtshof in Bayreuth“ wesentlich dazu bei, das Bewusstsein für das Unrecht der NS-Justiz und die besondere Verantwortung der Gerichte zu stärken. Die Ergebnisse seien ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung nationalsozialistischen Justizunrechts und zum Kampf gegen Antisemitismus.
Fünf Jahre Forschung
Das von Burghardt angestoßene Projekt lief über einen Zeitraum von fünf Jahren. Gemeinsam mit der Universität Bayreuth wurde untersucht, welche Funktion die Justiz in Bayreuth während der NS-Herrschaft hatte. Zudem befasste sich die Untersuchung mit dem Umgang mit Justizunrecht in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der Fritz-Neuland-Gedächtnispreis erinnert an den Vater der Holocaust-Überlebenden Charlotte Knobloch. Fritz Neuland war Rechtsanwalt und nach dem Krieg der zweite Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber