Weniger neue Kredite in Bayern im ersten Halbjahr
Aus Sorge vor der seit Jahren angespannten Lage haben sich viele Menschen und mittelständische Betriebe in Bayern in den ersten sechs Monaten finanziell zurückgehalten. Nach Angaben des Genossenschaftsverbands Bayern sank das Volumen neu vergebener Unternehmenskredite der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um neun Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.
Auch bei privaten Immobiliendarlehen zeigte sich ein ähnliches Bild: Das Neugeschäft ging um sieben Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zurück.
Die 170 Volks- und Raiffeisenbanken im Freistaat spielen besonders in ländlichen Regionen eine wichtige Rolle für die Wirtschaft. Wenn weniger neue Kredite an Firmen vergeben werden, investieren Unternehmen in der Regel auch weniger. Geht die Zahl neuer Wohnungsbaukredite zurück, wirkt sich das meist ebenso bremsend auf den Wohnungsbau aus.
Zeichen für eine Belebung
Zuletzt hatten mehrere große Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturerwartungen spürbar nach oben korrigiert. Demnach könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um mehr als ein Prozent wachsen. Auch der Genossenschaftsverband rechnet damit, dass die zweite Jahreshälfte günstiger verläuft als die erste.
GVB-Präsident Stefan Müller sieht erste Anzeichen für eine Verbesserung. Es spreche inzwischen einiges dafür, dass sich die bisherige Zurückhaltung allmählich löse. Nun sei die Politik gefordert, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass daraus ein dauerhaftes Wachstum entstehe.
Banken erwarten höhere Gewinne
Für die eigene Geschäftsentwicklung zeigen sich die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken optimistisch. Die Gewinne vor Steuern könnten nach Einschätzung des Verbands deutlich steigen – um etwa 250 Millionen Euro auf insgesamt 2,1 Milliarden Euro.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber