Bayern im Zentrum eines bundesweiten Protesttags der IG Metall
Bayern soll beim angekündigten Aktionstag der IG Metall gegen Jobabbau und Werksschließungen in der Autoindustrie eine zentrale Rolle spielen. Wie die Gewerkschaft in München mitteilte, sind für den kommenden Montag in mehr als 50 Betrieben im Freistaat Protestaktionen vorgesehen.
Öffentliche Veranstaltungen sind unter anderem bei Audi in Ingolstadt, bei BMW in München sowie bei Bosch in Nürnberg geplant. In zahlreichen Unternehmen sollen die Aktionen allerdings nicht öffentlich, sondern betriebsintern stattfinden. Der Protesttag fällt in eine Phase kurz vor dem Start der diesjährigen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie.
Scharfe Kritik an den Unternehmen
Bereits im Vorfeld verschärft sich der Ton. Der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Horst Ott sieht die Verantwortung für die schwierige Situation der Autohersteller und Zulieferer vor allem bei den Unternehmensführungen. Seiner Einschätzung nach hätten viele Manager wichtige Entwicklungen etwa bei Elektromobilität, Digitalisierung und Batterietechnik zu lange ignoriert und damit die deutsche Autoindustrie sowie ihre Zulieferer zurückgeworfen.
Forderungen nach Investitionen und Beschäftigungssicherung
Neben Baden-Württemberg und Niedersachsen zählt Bayern zu den wichtigsten Standorten der deutschen Autoindustrie. Die IG Metall verlangt deshalb unter anderem Investitionen in die Werke im Inland sowie den Erhalt der 35-Stunden-Woche.
Für Nürnberg und München sind größere Kundgebungen angekündigt. In Ingolstadt plant der Audi-Betriebsrat eine öffentliche "Sprechstunde". Dazu werden nach Angaben der Veranstalter auch Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) sowie Jürgen Kerner, der zweite Vorsitzende der IG Metall, erwartet.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber