Der Mitgründer und Chef des Kölner KI-Unternehmens DeepL, Jarek Kutylowski, ist bei den German Startup Awards zum "Gründer des Jahres" gekürt worden – obwohl sein Unternehmen erst Anfang Mai einen deutlichen Stellenabbau angekündigt hatte. Der Startup-Verband würdigte damit seine Leistung, mit DeepL eine KI-gestützte Übersetzungstechnologie entwickelt zu haben, die eine einfache und präzise Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg ermöglicht.
Kutylowski hatte vor wenigen Wochen bekanntgegeben, dass DeepL rund 250 Arbeitsplätze streichen werde. Zur Begründung erklärte er, dass für den erfolgreichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz kleinere und schlagkräftigere Teams mit klaren Verantwortlichkeiten und stärkerem Fokus nötig seien. DeepL konkurriert auf dem globalen Markt mit großen US-Technologiekonzernen wie Google, Microsoft und OpenAI.
Als "Gründerin des Jahres" wurde Julie Lepique aus Berlin ausgezeichnet. Mit ihrer Plattform femtasy habe sie laut Jury als internationale Vorreiterin eine neue Sparte im Bereich Audio-Erotik etabliert.
"Roter Teppich für Start-ups"
Bei der Gala im Palais am Funkturm hob Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die wichtige Rolle junger Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Deutschland hervor. Vor rund 600 Gästen aus der Start-up-Branche sagte er, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit seien unverzichtbar für das Land. Dafür stünden Gründerinnen und Gründer mit großem Engagement.
Zugleich forderte Merz, der Staat müsse Start-ups stärker unterstützen. Wörtlich sprach er davon, ihnen den "roten Teppich" auszurollen. Diesen Kurs habe die Bundesregierung bereits eingeschlagen.

Darüber hinaus warb der Kanzler dafür, Beschäftigte stärker über die Finanzmärkte an der wirtschaftlichen Wertschöpfung zu beteiligen. Nach seinen Angaben lägen derzeit rund drei Billionen Euro auf Sparbüchern und Sichteinlagen. Dieses Geld solle stärker in den Wirtschaftskreislauf eingebunden werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion