Viele Menschen kennen das neue Altersvorsorgedepot bislang kaum
In Deutschland soll in wenigen Wochen das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot an den Start gehen. Doch in der Bevölkerung ist das Wissen darüber offenbar noch begrenzt. Das zeigt eine YouGov-Befragung im Auftrag der Commerzbank und ihrer Online-Tochter Comdirect. Von insgesamt 1.517 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erklärte jeweils mehr als ein Drittel, entweder noch nie von dem Modell gehört zu haben oder nur wenig darüber zu wissen.
Auch unter den 935 Befragten, denen das Altersvorsorgedepot bereits bekannt war, fühlt sich die Mehrheit nicht ausreichend informiert. 56 Prozent gaben an, sich eher schlecht oder gar nicht informiert zu fühlen.
Staatliche Förderung und steuerliche Vorteile
Mit dem Altersvorsorgedepot sollen Bürgerinnen und Bürger privat für das Alter sparen können, etwa über ETFs, Aktienfonds oder Anleihen. Der Staat unterstützt die Einzahlungen mit Zuschüssen von bis zu 540 Euro im Jahr. Für jedes Kind sind zusätzlich bis zu 300 Euro vorgesehen. Außerdem bleiben Erträge in der Ansparphase steuerfrei.
Ziel des Modells ist es, mehr Menschen eine renditestärkere Altersvorsorge über den Kapitalmarkt zu ermöglichen. Allerdings zeigte die Umfrage auch, dass 38 Prozent der Befragten nach eigener Einschätzung keine Erfahrung mit Wertpapieren haben.
Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Commerzbank, spricht von einer großen Chance: Millionen Menschen könnten dadurch erstmals mit dem Aktienmarkt in Kontakt kommen. Aus seiner Sicht hat das Altersvorsorgedepot das Potenzial, die private Altersvorsorge in Deutschland grundlegend zu verändern.
Viele sind noch zurückhaltend
Laut Umfrage halten es 16 Prozent für sehr wahrscheinlich und 22 Prozent für eher wahrscheinlich, dass sie im Jahr 2027 ein solches gefördertes Depot eröffnen werden. Damit kann sich zwar ein beachtlicher Teil der Befragten die Nutzung vorstellen, die Mehrheit bleibt jedoch skeptisch oder unentschlossen.
Schaufler ist überzeugt, dass eine verständliche Information entscheidend sein wird. Wer das Konzept nachvollziehen könne, werde das Angebot eher auch nutzen. Aus seiner Sicht kommt es nun vor allem auf Aufklärung an.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber