Seit Mitternacht ist der zweite Tankrabatt des Jahres in Kraft. Die für drei Monate vorgesehene Senkung der Energiesteuer soll Benzin und Diesel um 16,7 Cent je Liter verbilligen. Ob diese Entlastung vollständig bei den Verbrauchern ankommt, dürfte sich erst im Laufe der nächsten Stunden und Tage zeigen. Eine Pflicht für Tankstellen, ihre Preise entsprechend zu senken, gibt es nicht.
Zwar betrifft die Regelung formal nur Kraftstoff, der erst ab Mitternacht Raffinerien oder Tanklager verlassen hat. Dennoch rechnen viele Marktbeobachter damit, dass die Preise an den meisten Zapfsäulen schon ab sofort spürbar sinken. Ähnlich war es bereits bei früheren Tankrabatten im Mai und Juni sowie im Jahr 2022. Bereits am Dienstag und Mittwoch waren die Spritpreise zudem etwas zurückgegangen.
Der Wirtschaftsverband en2x erklärte, die Vergünstigung werde ab Mitternacht weitergegeben. Zurückhaltender äußert sich dagegen der ADAC. Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer erwartet, dass die Preise nach und nach sinken werden. Zugleich fordert der Automobilclub, dass die Steuerentlastung möglichst vollständig und schnell bei den Autofahrern ankommt. Es bestehe jedoch die Sorge, dass ein Teil des Rabatts nicht weitergereicht werde.
September bisher teuerster Tankmonat
Die Bundesregierung hatte den Tankrabatt als Reaktion auf die zuletzt besonders hohen Kraftstoffpreise beschlossen. Der September war bislang der teuerste Monat für Autofahrer an der Zapfsäule. Die hohen Spritkosten wirkten sich sogar auf die Inflationsentwicklung aus.
Politisch bleibt die Maßnahme umstritten. Kritiker bemängeln unter anderem, dass sie wenig zielgenau sei, den Sparanreiz beim Tanken abschwäche und womöglich nicht vollständig bei den Verbrauchern lande. Die Mineralölbranche weist diesen Vorwurf zurück. Befürworter halten dagegen, dass es derzeit kaum eine wirksamere Möglichkeit gebe, Autofahrer kurzfristig zu entlasten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber