Wirtschaft

Trockene Weine boomen

Deutschlands Weintrend überrascht: Trockene legen weiter zu – und die Prüfung 2025 verrät, was Verbraucher jetzt wirklich wollen.

13.07.2026, 03:30 Uhr

Trockene und weiße Weine gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung

In Deutschland setzt sich der Trend zu trockenen Weinen fort. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) in Bodenheim entfielen im vergangenen Jahr 53 Prozent aller deutschen Qualitäts- und Prädikatsweine auf die trockene Geschmacksrichtung. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2020 lag dieser Anteil noch bei 48 Prozent, 2010 sogar erst bei 40 Prozent.

Das DWI weist darauf hin, dass qualitätsgeprüfte Weine im langjährigen Mittel rund 95 Prozent der gesamten deutschen Weinproduktion ausmachen.

Auch bei Schaumwein zeigt sich der Wunsch nach weniger Süße. So wurden 54 Prozent der geprüften Sekte in die Kategorien „brut“ bis „brut nature“ eingeordnet. Vor fünf Jahren traf das erst auf etwa die Hälfte zu.

Liebliche und süße Weine verlieren weiter

Mit dem wachsenden Angebot trockener Weine schrumpft zugleich der Anteil lieblicher und süßer Sorten. Laut Qualitätsweinprüfung fiel dieser Bereich 2025 im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt, gegenüber dem Stand von vor 15 Jahren sogar um acht Prozentpunkte.

Halbtrockene Weine entwickelten sich dagegen deutlich stabiler. Ihr Anteil sank seit 2010 lediglich um vier Prozentpunkte und blieb mit 19 Prozent im Vergleich zu 2024 unverändert.

Mehr Weißwein, deutlich weniger Rotwein

Beim Farbprofil dominiert weiterhin der Weißwein. Knapp 70 Prozent des Angebots an Qualitäts- und Prädikatsweinen entfielen im vergangenen Jahr auf weiße Weine und damit etwas mehr als im Jahr zuvor. Rotwein kam auf 17 Prozent, Rosé auf 13 Prozent.

Rotwein im Glas
Rotwein aus deutscher Produktion ist weniger gefragt als Weißer. (Symbolbild) Quelle: Finn Winkler/dpa

Wie DWI-Sprecher Ernst Büscher erklärte, lag der Rotweinanteil vor 15 Jahren noch bei 33 Prozent und war damit doppelt so hoch wie heute. Selbst vor fünf Jahren erreichte er noch 24 Prozent.

Der Weißweinanteil ist im selben Zeitraum deutlich gestiegen: 2010 lag er noch bei 57 Prozent, 2020 bei rund 63 Prozent. Rosé kommt bereits seit fünf Jahren auf 13 Prozent, nachdem es 2010 noch 10 Prozent waren.

Weniger geprüfte Weinmenge

Insgesamt wurden rund 6,2 Millionen Hektoliter Wein erfolgreich geprüft. Das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Ursache nennt das Weininstitut die vergleichsweise geringe Ernte des Jahres 2024.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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