Wirtschaft

Tankrabatt weg – Preise explodieren

Tankrabatt weg, Preise hoch: Deutschlands Inflation springt auf 2,8 Prozent – und das könnte erst der Anfang sein.

12.08.2026, 08:16 Uhr

Die Inflation in Deutschland hat sich im Juli spürbar beschleunigt. Nach dem Ende des Tankrabatts stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,8 Prozent. Gegenüber Juni legten sie um 0,8 Prozent zu. Das Statistische Bundesamt bestätigte damit seine vorläufigen Zahlen. Behördenchefin Ruth Brand betonte, dass vor allem die weiterhin stark steigenden Energiepreise die Entwicklung antreiben.

Für die kommenden Monate zeichnet sich weiterer Preisdruck ab. Hintergrund ist der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht, auch die Hoffnung auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus hat sich vorerst nicht erfüllt. Die für den weltweiten Handel mit Öl und Gas wichtige Route ist wegen der Spannungen am Persischen Golf faktisch blockiert. Für ein rohstoffabhängiges Land wie Deutschland hat das deutliche Folgen.

Energie verteuert sich deutlich

Im Mai und Juni hatte der Staat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent je Liter gesenkt und damit den Preisanstieg vorübergehend gebremst. Die Inflationsrate war dadurch im Juni auf 2,3 Prozent gefallen. Bereits im April hatte der durch den Iran-Krieg ausgelöste Ölpreisschock die Teuerung mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024 gehoben.

Im Juli wurde Energie dann wieder deutlich teurer. Für Tanken und Heizen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 8,3 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Im Juni hatte der Anstieg in diesem Bereich noch bei 3,4 Prozent gelegen.

Inflation
Lebensmittel haben sich zuletzt moderat verteuert, das könnte sich in den nächsten Monaten ändern. (Archivbild) Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

An vielen Tankstellen sind Preise von mehr als zwei Euro pro Liter inzwischen wieder üblich. Zusätzlichen Druck bringt stellenweise auch die anhaltende Trockenheit. Nach Einschätzung des ADAC verteuert Niedrigwasser auf wichtigen Transportwegen wie dem Rhein die Logistik für Kraftstoffe und Vorprodukte teils erheblich.

Kaufkraft gerät unter Druck

Bei Lebensmitteln verlief die Preisentwicklung zuletzt noch vergleichsweise ruhig. Im Juli lagen die Preise – wie schon in den beiden Monaten zuvor – 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Teurer wurden unter anderem Fleisch und Fleischwaren mit plus 1,9 Prozent sowie Zucker und Süßwaren mit plus 4,0 Prozent. Butter war dagegen deutlich günstiger und kostete 30,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Allerdings könnte sich auch das ändern, wenn Energie teuer bleibt. Höhere Kosten für Transport, Kühlung und Lagerung dürften nach Einschätzung von Ökonomen zunehmend auf die Preise im Supermarkt durchschlagen. Hinzu kommen Hitze und Trockenheit, die die Landwirtschaft belasten und die Ernten schmälern könnten.

Auch Dienstleistungen wie Restaurantbesuche oder Reisen wurden teurer. Im Juli lagen die Preise hier 2,9 Prozent über dem Vorjahreswert, allerdings etwas weniger stark als in den beiden Monaten davor.

Steigende Inflation schmälert die Kaufkraft der Verbraucher: Für einen Euro lässt sich weniger kaufen als zuvor. Das belastet den privaten Konsum, der eine wichtige Stütze der deutschen Binnenwirtschaft ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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