Wirtschaft

Studie: Mit jedem US-Abzug fällt ein halber Job weg

Studie zeigt: Der Abzug von US-Soldaten trifft Regionen noch Jahre später – mit Folgen, die viele unterschätzen.

27.05.2026, 11:46 Uhr

Studie: Abzug von US-Soldaten könnte viele Stellen in Deutschland kosten

Sollte US-Präsident Donald Trump wie angekündigt 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen, drohen den betroffenen Regionen spürbare wirtschaftliche Folgen. Nach einer Untersuchung des ZEW Mannheim und der Universität zu Köln würde pro abgezogenem Soldaten im Umfeld der jeweiligen Standorte rechnerisch etwa eine halbe Vollzeitstelle wegfallen. Die Auswirkungen könnten zudem über viele Jahre anhalten.

Die Forscher stützen sich auf Erfahrungen aus den 1990er-Jahren. Nach dem Ende des Kalten Krieges verließen damals rund 200.000 US-Soldaten Deutschland. Laut ZEW-Mitautor Jakob Schmidhäuser löste das in vielen Orten erhebliche wirtschaftliche Einbrüche aus. Die Folgen seien nicht nur direkt an den Militärstandorten zu spüren gewesen. Etwa 61 Prozent der verlorenen Jobs entfielen demnach auf Unternehmen in der Region. Weil Soldaten und ihre Familien als Konsumenten wegfielen, brachen vielerorts Umsätze deutlich ein. Besonders stark traf dies Gegenden, die schon zuvor einen schwächeren Arbeitsmarkt hatten.

Auch die Kommunen bekamen die Entwicklung zu spüren. Johannes Kochems von der Universität zu Köln erklärt, dass betroffene Städte und Nachbargemeinden auf Einnahmeverluste in Höhe von rund neun Prozent ihrer Haushalte mit Sparmaßnahmen reagierten. Öffentliche Ausgaben wurden gekürzt, zugleich hoben viele Kommunen die Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer an. Auf lange Sicht hätten sich die Einbußen bei den Einnahmen auf etwa drei Prozent stabilisiert.

Nach Angaben des ZEW waren die negativen Folgen sehr langlebig. Menschen, die infolge von Kasernenschließungen ihre Arbeit verloren, hatten selbst 15 Jahre später noch schlechtere Chancen auf Beschäftigung. Zudem lagen ihre Einkommen langfristig im Schnitt um rund neun Prozent niedriger.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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