Sparkassen starten schrittweise mit Krypto-Handel
Die Sparkassen öffnen sich dem Handel mit digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin und Ethereum. Seit diesem Montag können erste Kundinnen und Kunden Kryptowährungen direkt über die bekannte Sparkassen-App kaufen und verkaufen, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mitteilte. Zum Auftakt ist das Angebot zunächst bei einigen teilnehmenden Instituten verfügbar, monatlich sollen jedoch weitere 30 bis 40 Sparkassen hinzukommen.
Zum Start umfasst das Angebot unter anderem Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon. Nach Angaben des DSGV richtet sich der Service an Menschen, die Kryptowährungen eigenverantwortlich erwerben, veräußern und aufbewahren möchten. Eine flächendeckende Beratung oder breite Werbung für das Angebot ist allerdings nicht geplant. Einen einheitlichen Termin für die Einführung in ganz Deutschland gibt es nicht, da jede Sparkasse selbst über den Start entscheidet. Technisch bereitgestellt wird das Angebot von der Dekabank.
Joachim Schmalzl, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, erklärte, dass das Interesse innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe groß sei. Nach und nach würden immer mehr Institute angeschlossen. Bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 soll bereits ein großer Teil der interessierten Sparkassen das Angebot nutzen können.
Hohe Nachfrage trotz erheblicher Risiken
Kryptowährungen sind vor allem bei jüngeren Menschen gefragt. Andere Anbieter wie N26, Trade Republic und Revolut haben den Handel mit Bitcoin und ähnlichen digitalen Werten schon länger im Programm. Auch Volksbanken sind inzwischen in dieses Geschäft eingestiegen. Bei den Sparkassen gab es lange Vorbehalte, weil Kryptowährungen als besonders schwankungsanfällig und riskant gelten. Zwar haben einzelne Coins über längere Zeit deutliche Kursgewinne erzielt, zugleich warnen Fachleute immer wieder vor spekulativen Übertreibungen.

Laut Schmalzl haben die Sparkassen sorgfältig geprüft, ob ein Krypto-Angebot zur Organisation passt. Ausschlaggebend seien letztlich die Kundennachfrage und ein verlässlicher europäischer Regulierungsrahmen gewesen. Ziel sei es, Interessierten einen Zugang zu Kryptowährungen in einem regulierten Umfeld zu ermöglichen. Die Verwahrung der digitalen Werte übernimmt die Dekabank gemeinsam mit der Börse Stuttgart.
Der DSGV macht zugleich deutlich, dass Kryptowährungen aus Sicht der Sparkassen weiterhin hochspekulative Anlagen sind. Kundinnen und Kunden würden ausdrücklich auf starke Preisschwankungen und die Möglichkeit eines vollständigen Verlusts hingewiesen. Für den langfristigen Vermögensaufbau sehen die Sparkassen nach wie vor klassische Wertpapieranlagen, Sparpläne und persönliche Beratung im Mittelpunkt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber