SpaceX peilt bei Börsengang rund 75 Milliarden Dollar an
SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, will bei seinem geplanten Rekord-IPO etwa 75 Milliarden US-Dollar erlösen. Der Ausgabepreis soll bei 135 Dollar je Aktie liegen. Damit käme die Firma trotz anhaltender Verluste auf eine Bewertung von knapp 1,8 Billionen Dollar.
Für Musk selbst hätte der Börsengang enorme Folgen: Sein Vermögen dürfte zumindest rechnerisch über die Schwelle von einer Billion Dollar steigen.
Musk behält die Kontrolle
Auch nach dem Gang an die Börse soll Elon Musk die volle Macht über SpaceX behalten. Grund dafür ist seine Beteiligung mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent, abgesichert durch Aktien mit erweitertem Stimmrecht.
Anlegern wird die SpaceX-Aktie vor allem als Wette auf Musks Innovationskraft präsentiert – ähnlich wie schon bei Tesla. Musk wirbt seit Jahren mit ehrgeizigen Visionen wie Marsmissionen, einer Stadt auf dem Mond und KI-Rechenzentren im All.
Erster Mensch mit Billionenvermögen
Zum geplanten Ausgabepreis wäre Musks Anteil an SpaceX rund 866,5 Milliarden Dollar wert. Hinzu kommen seine Tesla-Beteiligungen, die sich auf etwa 350 Milliarden Dollar belaufen. Zusammen würde ihn das auf dem Papier zum ersten Menschen mit einem Vermögen von einer Billion Dollar machen.
Allerdings steckt der Großteil dieses Reichtums in Aktien. Tatsächlich verfügbar wäre das Geld daher nur eingeschränkt, da sich solche Beteiligungen nicht einfach vollständig zu Bargeld machen lassen.
Ungewöhnliche Preisfestsetzung
Bemerkenswert ist auch das Vorgehen beim IPO: SpaceX hat den Ausgabepreis selbst festgelegt. Normalerweise geben Unternehmen zunächst eine Preisspanne an und bestimmen den endgültigen Preis erst nach Auswertung der Nachfrage von Investoren.
Die Größenordnung des Börsengangs war allerdings bereits erwartet worden. Die aktuellen Angaben im überarbeiteten Prospekt decken sich weitgehend mit früheren Medienberichten. Zum Vergleich: Der bislang größte Börsengang war 2019 der des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco, der gut 29 Milliarden Dollar einbrachte.
Hohe Verluste trotz Milliardenumsatz
Die Geschäftszahlen von SpaceX stehen in deutlichem Gegensatz zur angestrebten Bewertung. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die hohen Entwicklungsausgaben für die Rakete Starship. Als wichtigster Einnahmebringer gilt derzeit der Satelliteninternetdienst Starlink.
Mit einer Bewertung von 1,8 Billionen Dollar wäre SpaceX an der Börse sogar mehr wert als Meta, der Mutterkonzern von Facebook, der aktuell auf etwa 1,6 Billionen Dollar kommt. Meta erzielte allerdings allein im letzten Quartal einen Gewinn von rund 26,8 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von mehr als 56 Milliarden Dollar.
Fantasie auch durch KI-Geschäfte
SpaceX ist mit seinen Raketen ein zentraler Partner für das US-Raumfahrtprogramm. Zudem hat Musk seine KI-Firma xAI samt der Plattform X in den SpaceX-Konzern eingebracht. Medienberichten zufolge wurde diese Kombination mit insgesamt 1,25 Billionen Dollar bewertet.
Seit geraumer Zeit wird außerdem darüber spekuliert, dass Musk langfristig auch eine Verbindung von SpaceX und Tesla anstreben könnte. Damit würde sich die Rolle des Konzerns nicht nur in der Raumfahrt, sondern auch in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Kommunikation und Mobilität weiter ausdehnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion