Wirtschaft

E10 schockt: Tanken fast so teuer wie nie

Urlaubsverkehr rollt – und E10 kratzt fast am Rekord. Müssen Autofahrer jetzt auf schnelle Entlastung hoffen?

23.08.2026, 15:35 Uhr

Die Spritpreise in Deutschland bewegen sich wegen der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten weiter nahe an ihren bisherigen Höchstständen. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für E10 am Samstag bei 2,165 Euro pro Liter. Damit trennten den Preis nur wenige Cent vom Rekordwert von 2,203 Euro aus dem März 2022.

Für Diesel mussten Autofahrer im Schnitt 2,260 Euro je Liter bezahlen. Zwar liegt dieser Wert noch rund 20 Cent unter dem Höchststand vom April, im Vergleich zum Freitag gab es jedoch kaum Veränderungen.

In den vergangenen Tagen und Wochen waren die Kraftstoffpreise insgesamt gestiegen, besonders deutlich beim Diesel. Der ADAC geht davon aus, dass sich 2026 zum bislang teuersten Tankjahr entwickeln könnte und damit möglicherweise sogar den Rekord von 2022 übertreffen würde.

Ursachen für den Preisanstieg

Als wichtigste Gründe gelten zum einen die Folgen des weiter schwelenden Iran-Kriegs, der die Rohölpreise an den Weltmärkten zuletzt nach oben getrieben hat. Zum anderen sorgt das Niedrigwasser am Rhein für höhere Transportkosten, was sich ebenfalls an den Tankstellen bemerkbar macht.

E10 bleibt dabei die günstigste der üblichen Benzinsorten in Deutschland. Im Vergleich zu Super E5 kostet es in der Regel etwa 5 bis 6 Cent weniger pro Liter, da E5 einen geringeren Anteil an Biosprit enthalten darf.

Diskussion über Entlastungen

Die hohen Preise an den Zapfsäulen sorgen erneut für eine Debatte über mögliche Entlastungen für Autofahrer. Bereits von Anfang Mai bis Ende Juni hatte die Bundesregierung mit einem Tankrabatt versucht, den Preisanstieg abzufedern. Nach dem Ende dieser befristeten Steuersenkung zogen die Preise allerdings wieder an.

Tanken
Tanken ist teuer geworden. (Archivbild) Quelle: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Zuletzt brachte Finanzminister Lars Klingbeil gemeinsam mit fünf europäischen Amtskollegen eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne ins Gespräch. In einem Schreiben an die irische EU-Ratspräsidentschaft werben sie für eine europaweite Abgabe auf die stark gestiegenen Gewinne der Mineralölunternehmen, die infolge des Iran-Kriegs erzielt wurden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen