Wirtschaft

Schock: Viele Hellweg- und BayWa-Filialen vor dem Aus

Hellweg und BayWa machen dicht: Jetzt ist klar, welche Filialen gerettet werden – und für welche es düster aussieht.

28.08.2026, 13:17 Uhr

Hellweg und BayWa Bau & Garten werden abgewickelt

Die insolvente Baumarktkette Hellweg sowie die Tochtergesellschaft BayWa Bau- & Gartenmärkte stehen vor der Abwicklung. Nach Unternehmensangaben gibt es für 35 von mehr als 110 Standorten voraussichtlich Interessenten. Die jeweiligen Investoren sollen sowohl die Filialen als auch die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen. Teilweise fehlen dafür jedoch noch kartellrechtliche Genehmigungen oder endgültige Vereinbarungen mit den Vermietern.

Für diese Märkte gibt es voraussichtlich eine Perspektive

Hellweg: Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden, Steinfurt.

BayWa Bau & Garten: Backnang, Bad Tölz, Bad Urach, Balingen, Burghausen, Dillingen, Grafenau, Herrenberg, Murnau, Nördlingen, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen, Viechtach, Weil, Weinsberg, Wolfratshausen.

Die Marken Hellweg und BayWa sollen verschwinden. Die Märkte würden dann unter anderen Handelsunternehmen weiterbetrieben. Wer die Standorte übernimmt, wurde bislang nicht genannt. Allerdings hatte Obi am Freitag angekündigt, bis zu zwölf Hellweg- und BayWa-Filialen in das eigene Netz aufnehmen zu wollen. Für die übrigen Standorte ist die Zukunft weiter offen.

Für diese Filialen gibt es bislang keine Lösung

Hellweg: Ahaus, Ahrensfelde-Blumberg, Arnstadt, Aschersleben, Bad Kissingen, Bad Nenndorf, Berlin-Biesdorf, Berlin-Köpenick, Bocholt, Bochum, Bonn-Beuel, Borken, Bünde, Chemnitz III, Delitzsch, Deulowitz-Guben, Dillenburg, Dortmund-Wambel, Dülmen, Ennepetal, Essen-Kettwig, Freiberg, Greiz, Gronau, Groß-Umstadt, Hamm, Hattingen, Kreuztal, Langenhagen, Leimbach (Bad Salzungen), Leipzig, Lüdenscheid, Lutherstadt Eisleben, Mettmann, Monheim, Nordhausen, Quedlinburg, Recklinghausen, Rheda-Wiedenbrück, Rodewisch, Schwielowsee, Selm, St. Augustin, Staßfurt, Stendal, Wolfenbüttel, Wuppertal, Zeitz, Zwickau.

BayWa Bau & Garten: Bad Hersfeld, Bad Windsheim, Bindlach, Brackenheim, Diespeck, Dinkelsbühl, Ehrenkirchen, Freilassing, Fürth, Gaildorf, Günzburg, Gunzenhausen, Illertissen, Karlstadt, Kirchheim, Mering, Neuburg, Nürnberg, Passau, Reutlingen, Rothenburg, Schorndorf, Schrobenhausen, Simbach, Templin, Traunreut, Waldkirchen, Waldkraiburg, Würzburg.

Der Geschäftsbetrieb in den Märkten läuft zunächst weiter. Den betroffenen Beschäftigten sei allerdings bereits gekündigt worden, weil derzeit nicht absehbar sei, für welche der verbleibenden Filialen noch eine Fortführung möglich ist. Gespräche mit möglichen Käufern dauern an. Sollte sich kein Investor finden, droht den betroffenen Märkten voraussichtlich bis Ende November die Schließung. Wie viele Menschen insgesamt betroffen wären, ist noch unklar. Pro Markt arbeiten im Schnitt 30 bis 35 Beschäftigte.

Insolvenzverfahren eröffnet

Bereits Mitte Juni 2026 hatten Hellweg und BayWa Bau & Garten beim Amtsgericht Essen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Ursachen für die wirtschaftliche Krise nannten die Unternehmen unter anderem Lieferprobleme, geopolitische Unsicherheiten, Kaufzurückhaltung, steigende Mieten sowie höhere Kosten infolge der Inflation.

Am 27. August wurden die Verfahren offiziell eröffnet. Zum Sachwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Stefan Denkhaus.

Schon zuvor war bekannt geworden, dass rund 340 Arbeitsplätze in den Zentralen der beiden Ketten in Dortmund und Garching wegfallen.

Hellweg ist vor allem in den Regionen Rhein-Ruhr und Berlin vertreten und beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 2.900 Menschen. Bei BayWa Bau & Garten arbeiten etwa 1.300 Beschäftigte. Hellweg hatte die vor allem in Süddeutschland aktive Kette im Jahr 2012 vom Agrar- und Mischkonzern BayWa übernommen und durfte sie unter dem Namen BayWa weiterführen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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