Rheinmetall baut Pulverproduktion in Aschau deutlich aus
Rheinmetall plant eine massive Erweiterung der Pulverfertigung für Artilleriemunition am Standort Aschau am Inn in Oberbayern. Nach Angaben des Dax-Konzerns soll die jährliche Produktionsmenge von derzeit 1.700 Tonnen auf 4.200 Tonnen steigen. Gleichzeitig will die Tochtergesellschaft Rheinmetall Nitrochemie die Zahl der Beschäftigten in dem Werk von aktuell 800 auf rund 1.300 erhöhen. Für das Vorhaben im Landkreis Mühldorf sind Investitionen von insgesamt 350 Millionen Euro vorgesehen.
Produktionsstart der neuen Anlagen ab 2027 vorgesehen
Das in Aschau produzierte Pulver wird für Treibladungen verwendet, also für den Antrieb von Artilleriegranaten. Im Rahmen des Projekts „Firepower“ strebt Rheinmetall an, seine Kapazitäten für Treibladungspulver bis 2030 auf insgesamt 20.000 Tonnen pro Jahr auszubauen. Ein Anteil von mehr als 20 Prozent davon soll künftig aus Aschau kommen. Zu den Kunden zählen die Bundeswehr sowie Streitkräfte anderer Nato-Staaten. Die neuen Produktionsanlagen sollen 2027 den Betrieb aufnehmen, die volle Auslastung des Werks ist für 2028 geplant.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete das Vorhaben als das größte und modernste Pulverwerk Europas. Er verwies darauf, dass die Aufrüstung der Abschreckung dienen solle. Ziel sei es, potenziellen Gegnern die eigene Handlungsfähigkeit im Ernstfall deutlich zu machen.
Weiterer Ausbau in Bayern geplant
Auch über Aschau hinaus möchte Rheinmetall seine Präsenz in Bayern stärken. Vorstandschef Armin Papperger kündigte an, in der Nähe von München ein neues Kompetenzzentrum für Elektronik, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz aufzubauen. Dort sollen etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber