Wirtschaft

Schaeffler greift nach den Sternen

Weg vom Auto, rauf ins All: Mit diesem überraschenden Schritt will Schaeffler seine Abhängigkeit deutlich senken.

27.05.2026, 13:01 Uhr

Der fränkische Industriezulieferer Schaeffler erweitert seine Aktivitäten jenseits der Automobilbranche und geht nun auch in die Raumfahrttechnik. Für das an der US-Börse notierte Unternehmen Spire Global soll Schaeffler künftig hochpräzise Schwungräder, sogenannte Reaction Wheels, für Satelliten fertigen. Diese Bauteile sorgen dafür, dass Satelliten im All ihre Ausrichtung halten und stabil auf ihrer Bahn bleiben. Spire nahm 2025 dafür einen Produktionsstandort in München in Betrieb.

250 Millionen Euro in fünf Jahren geplant

Spire gilt als erster bedeutender Auftraggeber für Schaefflers Einstieg ins Raumfahrtgeschäft. Vorstandschef Klaus Rosenfeld sagte der Deutschen Presse-Agentur, man wolle sich jedoch nicht auf einen einzelnen Kunden beschränken und sei auch für weitere Interessenten offen. Gemeinsam mit Spire peilt Schaeffler in den kommenden fünf Jahren ein Geschäftsvolumen von 250 Millionen Euro an.

Spire-Global-Chefin Theresa Condor betonte, beide Unternehmen verbinde das Ziel, eine eigenständige europäische Raumfahrtindustrie aufzubauen, die Entwicklung, Fertigung und Betrieb innerhalb Europas selbst leisten könne. Damit solle eine verlässliche industrielle Basis entstehen, die das Tempo und die Größenordnung moderner Raumfahrtprojekte ermögliche.

Schaeffler will breiter aufgestellt sein

Rosenfeld treibt seit Längerem den Umbau des Unternehmens voran, um die starke Abhängigkeit von der angeschlagenen Autoindustrie zu verringern. Bereits zuvor hatte Schaeffler angekündigt, in Geschäftsfelder wie humanoide Roboter und die Rüstungsindustrie vorzudringen. In München wurde dafür eine eigene Defence-Tochter gegründet, in der nun auch die Raumfahrtaktivitäten gebündelt werden. Rosenfeld machte deutlich, dass Schaeffler diese neuen Bereiche strategisch ernsthaft verfolgen will.

Schaeffler-Flaggen
Der Zulieferer Schaeffler will künftig auch in der Raumfahrttechnologie Geschäfte machen. (Archivbild) Quelle: Daniel Karmann/dpa

Trotz der neuen Ausrichtung bleibt die Automobilindustrie vorerst das wichtigste Standbein des Unternehmens. Dort liefert Schaeffler unter anderem Komponenten für Antriebsstränge. Wegen anhaltender Probleme in der Branche blieb das Wachstum in den klassischen Geschäftsfeldern zuletzt jedoch aus. Im ersten Quartal konnte Schaeffler nur noch im Bereich E-Mobilität zulegen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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