Wirtschaft

Putin greift nach JTI: Zwangsverwaltung!

Nach Metro und Globus greift Putin jetzt nach dem nächsten West-Konzern – diesmal trifft es einen Tabakriesen.

05.11.2026, 15:53 Uhr

Putin stellt Russland-Geschäft von JTI unter Zwangsverwaltung

Kremlchef Wladimir Putin hat das Russland-Geschäft des Tabakkonzerns Japan Tobacco International (JTI) unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. Ein entsprechendes Dekret überträgt die Vermögenswerte an die Aktiengesellschaft Promyschlennye Aktivy (deutsch: „Industrieaktiva“).

Nach Unternehmensangaben betreibt JTI in Russland vier Werke und produziert dort mehrere Zigarettenmarken. Mehr als 4.000 Beschäftigte arbeiten demnach für den Konzern im Land.

Bereits zuvor hatte Putin die russischen Aktivitäten weiterer westlicher Unternehmen unter Fremdverwaltung bringen lassen. Betroffen waren unter anderem die Töchter der Handelskonzerne Metro und Auchan sowie des Lebensmittelriesen Nestlé. Diese Firmen hatten ihre Geschäfte in Russland – anders als viele andere westliche Unternehmen – trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine fortgeführt.

Für JTI mit Sitz in Genf gehörte Russland lange zu den größten Märkten und brachte dem Unternehmen Milliardenerlöse. Nach eigenen Angaben stoppte der Konzern jedoch unmittelbar nach Kriegsbeginn seine Investitionen in Russland.

Westliche Aktiva gelten dem Kreml als Faustpfand

Putin hatte bereits im September erklärt, eine Verstaatlichung westlichen Eigentums sei zwar nicht geplant, aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Sollte sich die politische Lage verbessern, könnten die betroffenen Vermögenswerte wieder an ihre Eigentümer zurückgehen.

Zugleich betonte er, die Fremdverwaltung schaffe die Möglichkeit, auf Maßnahmen gegen russische Firmen im Westen „spiegelbildlich“ zu reagieren. Westliche Aktiva gelten damit in Moskau als mögliches Faustpfand.

Der russische Präsident kritisierte die Beschlagnahmung russischen Staatsvermögens im Westen erneut als „völlig unzulässig“. Als Beispiel nannte er die frühere Gazprom Germania GmbH in Deutschland, die nach Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 unter dem Namen Securing Energy for Europe GmbH (Sefe) verstaatlicht wurde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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